Gratis-Online-Kurs: Stärke dich in schwierigen Zeiten zum Gratis Online-Kurs

Marco wird schwindelig – ohne einen ersichtlichen Grund. In drei Minuten soll die Verhandlung beginnen. Die Enge im Raum, die stickige Luft, nasse Hände. Marco starrt auf die Tür: Wird er dieses Meeting durchhalten?

Ein beklemmendes Gefühl.

 

Der Teufelskreis bei Stress-Krankheiten 

Für Marco beginnt in den nächsten Wochen ein Spießrutenlauf. Er durchforstet Ratgeber, arbeitet eine lange Ärzteliste ab: Hausarzt, Internist, Neurologe.

Was ist los mit ihm? Die Suche fokussiert auf Befunde. Bleiben die medizinischen Ergebnisse aus, ist das ein zermürbender Zustand.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du eine Ursachen-Forschung erweiterst und was oft besser funktioniert.

Denn wie reagiert Marco jetzt typischerweise?

Er checkt sich immer genauer ab. Das beginnt nun schon morgens. Er will der Ursache auf den Grund gehen: geht von Arzt zu Arzt, von Check-up zu Check-up. Viele Vermutungen, keine Besserung. Die ersehnte Erklärung bekommt er nicht. Er soll mal halblang machen, ein bisschen runterfahren, dann werde es schon wieder.

Marco fühlt sich hilflos, seinen Beschwerden ausgeliefert. Kaum steht das nächste Meeting an, hat er Panik, er verliert die Kontrolle. Wie soll er so seinen Job machen?

Damit gerät Marco in einen Teufelskreis.

 

 

Die große Gefahr dabei ist: Viele bleiben in diesem Teufelskreis verhaftet. Die prekären Folgen zeigen sich in den folgenden Zahlen. 

 

Die Auswirkungen von Stress-Krankheiten

Wenn Marco den Schwindel nicht unter Kontrolle bekommt, muss er zu einer Not-Lösung greifen: Er wird Meetings künftig meiden, um dieser Befürchtung schlichtweg auszuweichen.

Absolut verständlich. Sein letzter Ausweg ist die Krankschreibung.

Mit dieser ‚Pseudo-Lösung‘ ist Marco kein Einzelfall.

Der Krankenstand ist in Deutschland in den letzten 10 Jahren um 70 Prozent gestiegen; die Zahl der Fehltage wegen psychischer Belastungen im Job hat sogar um 144 Prozent zugenommen. Diese Zahlen der Bundesregierung veröffentlicht ‚Zeit online‘ .

Ob tatsächlich Stress für deine Beschwerden verantwortlich ist: Wie findest du das nun heraus?

 

Verschaffe dir einen ersten Überblick

Es gibt recht typische körperliche Anzeichen für Stress-Erkrankungen. Am häufigsten sind diese Bereiche betroffen:

  • Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafprobleme.
  • Reizmagen, Sodbrennen, Verdauungsprobleme, Gewichtszunahme, Magenschmerzen.
  • Rückenschmerzen, Verspannungen.
  • Herz- und Kreislaufbeschwerden, Schwindel.

Wir kommen gleich zu einer vollständigen Übersicht, die du als Checkliste nutzen kannst.

Lässt sich keine organische Ursache für die Beschwerden finden, ist es ratsam, dass du die Suche erweiterst.

 

 

Stress, Erschöpfung, Burnout lassen sich nicht mit einem Medikament heilen. Die Lösung liegt zwar nah, wenn wir an die Folgen denken, wie Schwindel, Übelkeit oder Magenproblemen. Nur das Problem ist:

Medikamente können Auswirkungen lindern, sie beseitigen aber nicht unsere Stress-Quellen.

Hier brauchen wir einen kreativeren Ansatz.

Die Voraussetzung dafür ist eine sensible Wahrnehmung für uns selbst. Und für die Umstände, in denen wir gerade sind.

Uns selbst zu beobachten, darin sind wir allerdings oft wenig trainiert. Wir setzen unsere Hoffnung auf Ärzte, Ernährung, Ergänzungsmittel, Osteopathen bis hin zu Familienaufstellungen.

Unter diesem enormen Druck folgen wir jedem Hinweis.

Sicherheit und Kontrolle sind an dieser Stelle wichtig, weil sie zu unseren Grundbedürfnissen gehören. (Link zu Grundbedürfnissen).

Wie gehst du nun vor, um wieder diese Sicherheit und Kontrolle zu erlangen?

 

Schritt-für-Schritt Anleitung für deine Ursachen-Forschung 

  1. Safety-first! Die organische Abklärung

Der Weg zum Arzt ist im ersten Schritt richtig. Schwere organische Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Eine körperliche Untersuchung und Labortests geben Aufschluss darüber, ob eine organische Erkrankung besteht.

Wir brauchen Sicherheit und Klarheit, dass keine bedrohliche körperliche Ursache vorliegt.

 Nachteil:

Es gibt unzählige Möglichkeiten, nach organischen Ursachen zu forschen – vor allem, wenn keine eindeutigen Ergebnisse feststellbar sind. Oder aber, es bleiben die Symptome bestehen, obwohl du bereits Medikamente einnimmst.

Empfehlung:

Grenze die Anzahl von Arztbesuchen ein. Du brauchst nicht eine dritte Magenspiegelung und immer wieder ähnliche Antworten; das frustriert, nicht wahr? Welche Folgen es hat, sich machtlos zu fühlen, zeigen die Untersuchungen des Psychologen M. Seligman. Das Gefühl der Hilflosigkeit löst sich nicht auf, wenn wir dem Symptom das Wort ‚chronisch‘ voranstellen.

Spätestens nach zwei Untersuchungen empfehle ich, nach psychischen Ursachen zu forschen. Psychotherapie hat keine Nebenwirkungen, Medikamente schon. Du kannst also keinen Fehler machen.

Wann macht dieser Schritt Sinn?

 

2. Krank durch Stress? Checkliste für typische Anzeichen

Hier siehst du eine Übersicht typischer Symptome als Folge einer Stresserkrankung.

(Hier Liste herunter laden).

Die Liste dient dir als Anhaltspunkt. Kommen deine Beschwerden aus einem dieser Symptom-Bereiche , gehe den weiterführenden Schritt durch die folgenden Fragen.

 

3. Symptome und ihre ‚Geschichte‘ – Checkliste zum downloaden

Beschwerden kommen oft nicht über Nacht, sie haben eine ‚Entstehungs-Geschichte‘. Bei ‚Stress‘ denken wir ja oft nur an ‚viel Arbeit‘ und ‚viele Aufgaben‘, doch Stress ist weit mehr als das. Lass uns jetzt mal gemeinsam forschen, ob möglicherweise doch psychische Belastungen in deinem Alltag bestehen. Die Anzeichen dafür sind unterschwellig und wenig offensichtlich:

  • Gibt es Situationen, in denen du häufig oder regelmäßig verärgert, frustriert oder überfordert bist?
  • Hast du an Stellen deines Lebens innerlich ‚aufgegeben‘, da es keinen Sinn mehr ergibt?
  • Gibt es Dinge, zu denen du dich immer wieder überwinden musst?
  • Bestehen Konflikte im Alltag, auch unterschwellig? (Achtung: Gewohnheitseffekt!)
  • Hast du ausreichend erfüllende Erfahrungen in deinem Leben, Dinge, bei denen du so richtig aufblühst?
  • Bewegst du dich regelmäßig?
  • Hast du gute Freunde? Wie verbringst du deine Freizeit?
  • Seit wann treten die Beschwerden in deinem Leben auf?
  • Gab es besondere Lebensereignisse?

(Hier Fragen-Liste herunter laden.)

Die Herausforderung dabei:

Es ist mutig, wenn wir uns eingestehen, dass wir z. B. einen Beruf, den wir ja dringend für unseren Lebensunterhalt brauchen, eigentlich nervig finden. Oder beschwichtigst du dich selbst mit Erklärungen wie ‚Das ist halt so.‘, oder ‚Was willst du machen?‘.

Oft gibt es Lösungen, deutlich gesünder mit solchen Zwickmühlen umzugehen. Wir können sie selbst nur oft nicht sehen, halten sie für nicht machbar, unrealistisch.

 

 

Davon rate ich ab – Dos and Don’ts

Was tun wir jetzt, wenn körperliche Ursachen nicht eindeutig festgestellt werden? Richtig, es zieht uns immer tiefer in die gleiche Richtung: Die Beschwerden nehmen mehr und mehr Raum und Zeit ein, fressen wertvolle Energie und Aufmerksamkeit. Versteh mich bitte nicht falsch: Natürlich können wir nicht so tun, als sei alles fein. Aber wir können diesen Energieverlust in hilfreiche Bahnen umlenken.

  • Schenke den Beschwerden nur eine begrenzte Aufmerksamkeit pro Tag.

in dieser Zeit darfst du jammern, heulen, wütend sein, auch darauf hast du ein Recht! Den Symptomen Aufmerksamkeit schenken, beinhaltet: darüber reden, darüber nachdenken, nachforschen, nachfühlen. Überlasse den Symptomen nicht die Macht über dein Leben. Gibt es auch Dinge, die ganz gut laufen?

  • Lass dich nicht entmutigen

    Und ziehe dich nicht von Menschen oder Beschäftigungen zurück, die dir bisher lieb und wichtig waren. Schrenke dich so wenig ein, wie es dir möglich ist, selbst, wenn es dich Überwindung kostet.

Im Gegenteil:

Plane gezielt Aktivitäten TROTZ dieser Beschwerden, sonst tappst du in die Vermeidungsfalle. Du erinnerst dich, der Teufelskreis.

Frage dich besser, was kannst du trotz dieser Beschwerden beibehalten? Einen Spaziergang, ein schönes Buch, ein lustiges Gespräch – fällt dir etwas ein? Ich bin mir ganz sicher.

Führe ein Aktivitätenbuch, lenke deine Aufmerksamkeit auf gute, stärkende Themen und Dinge.

Wie gut kannst du dein Wohlbefinden durch stärkende Details beeinflussen?

  • Sei ehrlich zu dir selbst: Welche Einstellung begleitet dich?

Die Folge, wie wir denken und innerlich eingestellt sind, ist weitreichend. Deine mentale Einstellung hat einen großen EInfluss auf deine Gesundheit. Deine Einstellung zu den Rückenschmerzen beeinflusst stark deren Verlauf und die Behandlung. Wer überzeugt ist, sich mit den Schmerzen abfinden zu müssen, oder bei jeder Schmerzwahrnehmung gleich an einen Tumor denkt, wird die Rückenschmerzen nur schwer wieder los werden. Entscheident ist also, wie du mit Hoffnungslosigkeit als auch Katastrophen-Denken umgehst. In diesem interessanten Artikel gibt es wirklich spannende Infos dazu.

Fakt ist, wir glauben nur das, was wir auch wahrhaben wollen. Ein spannendes und auch entscheidendes Phänomen, findest du nicht?

Lerne einschränkende Gedanken durch hilfreiche zu ersetzen. Hier erfährst du Strategien, mentale Einschränkungen zu durchbrechen.

  • ‚Cyberchondie‘

Dr. Google ist Fluch und Segen zugleich. Wir können alles nachschlagen. Prima.

Im Zeitalter des Internets werden wir allerdings auch verleitet, uns selbst Diagnosen zusammenzustellen. Es gibt Schätzungen, dass 10 Prozent der Deutschen massive Krankheitsängste haben; jeder Zwanzigste soll unter Symptomen leiden, die medizinisch nicht begründbar sind. Bevor sie den Arzt aufsuchen, fragen 63 Prozent der Deutschen bei Gesundheitsfragen erst einmal Dr. Google.

Google wirft zu dem Suchbegriff ‚Schwindel‘ eine weite Bandbreite aus: von ‚schlechter Luft‘ bis hin zu ‚Tumor‘. Die Frage ist, können wir die Antworten fachgerecht einsortieren? Oder schüren sie eher unsere hypchondrische  Seite? Werden die Sorgen so tatsächlich weniger?

Dieses Bild der Techniker Krankenkasse zeigt doch sehr treffend die potentielle Gefahr durch Selbstdiagnosen:

 

Die  Auswirkungen sind nämlich die: Jeder Placebo-Test beweist, dass wir uns entsprechend unseren Erwartungen verhalten.

Ich rate dir von Eigendiagnostik ab! Sie schürt Angst und es werden waghalsige Zusammenhänge hergestellt.

Wenn du dich an manchen Stellen im Text wieder erkannt hast und Stress schon spürbar an deiner Gesundheit zerrt, dann komm hier in unsere weiterführende Video-Reihe ‚Stresskompetent‘.

Nur Mut!

Deine Bea

 

 

PS: Dieser Artikel befasst sich ausschließlich mit möglichen körperlichen Folgen von Stress.