Gratis-Online-Kurs: Stärke dich in schwierigen Zeiten zum Gratis Online-Kurs

Es gibt Momente, da fehlen uns die Worte.

Wir ringen um die passende Reaktion, fühlen uns unsicher oder sogar hilflos.

Einem traurigen Menschen zu begegnen, ist nicht leicht.

Aber noch weniger geübt sind wir darin, uns selbst zu trösten. Irgendwann die Kurve zu bekommen und nicht im Strom des Mitleids abgetrieben zu werden, wie nach einem Schiffbruch.

Wie wir einem Freund Trost spenden, hat viel damit zu tun, welche Beziehung wir selbst zu unseren Gefühlen haben. Ob wir eher streng mit uns sind oder auch Angst haben, Traurigkeit selbst zuzulassen.

Traurigkeit auszuhalten, ist eine sensible, aber auch mutige Aufgabe.

In diesem Artikel erfährst du:

  1. Dinge, die du vermeiden solltest, um andere zu trösten
  2. Dinge, die helfen beim Trösten
  3. Wie du dich selbst trösten kannst
  4. Warum das so wichtig ist

 

Jeder von uns kennt das Gefühl mal traurig zu sein. Es gehört zu unserem Leben, wie die Freude; zwei Seiten einer Medaille.

Wenn wir traurig sind, hat es immer seinen Grund: der erste Liebeskummer bis hin zum geplatzten Lebenstraum. Traurigkeit hat keine Regelzeit und braucht kein Argument.

Sie bedeutet immer das Erleben von Verlust.

Viele unter uns sind bemüht sich diesem Naturgesetz zu widersetzen. Sie halten ihre Tränen zurück und machen der Traurigkeit die Kampfansage. Manche beschimpfen sich selbst als „Looser“ oder mit Parolen „jetzt stell dich nicht so an!“.

Hmm…, stelle dir vor, jemand würde so mit dir sprechen angesichts deiner Tränen…..

Lass uns schauen, wie du besser mit solchen Momenten umgehen kannst.

 

Worauf du verzichten solltest, wenn du einen anderen tröstest

1. „Das ist doch nicht so tragisch“

Vielleicht für dich, stimmt. Aber sei dir sicher, für den anderen ist es gerade tragisch. Dieser Satz vermittelt den Eindruck, dass dein Gegenüber keinen Grund hat traurig zu sein. Du legst deinen eigenen Maßstab an. Hilfreicher ist, du nimmst deinen Gegenüber ernst, wie er es gerade fühlt.

2. „Das wird doch wieder gut“

Bist du dir sicher? Mache dem anderen besser nicht diese Hoffnungen, vielleicht kannst du sie nicht halten. Hilfreicher ist es, zu erinnern, dass es auch andere Momente in seinem Leben gibt, die ihn stärken können.

3. “ So war es bei mir auch…“

Mag sein, aber wirklich helfen wird es deinem Gegenüber gerade nicht. Eher entsteht der Eindruck, dass es um dich und dein „damals“ geht und du ablenken möchtest.

4. „Du tust mir so leid!“

Autsch! Kennst du einen Menschen, der gerne bemitleidet wird? Wie ein kleines, armes Schaf? Diese weit verbreitete Floskel führt dazu, dass der Betroffene sich noch hilfloser und kleiner fühlt.  Hilfreicher ist es,  Anteil an seinen Gefühlen zu nehmen: “ Es tut mir leid, dass…….“

5. Krampfhaft die Stimmung aufhellen

Humor und Lachen haben eine entlastende Wirkung, ja. Dennoch prüfe, ob es gerade passend ist. Manchmal ist es so, dass du es selbst nicht so gut aushalten kannst, dass dein Gegenüber traurig ist.

6. Zu früh Ratschläge geben

Gefühle brauchen Zeit. Wenn unsere Gefühle die Führung übernehmen, ist der Kopf ausgeschaltet. Wir denken nicht mehr rational und können selbst gute Ideen gar nicht annehmen und verarbeiten. Warum bzw. wann unser Reptiliengehirn handelt, habe ich hier beschrieben. Hilfreicher ist es, in dieser Zeit den Gefühlen den Raum zu geben. Lösungen kommen später.

7. Totschweigen und übergehen

Ist die Situation klar, dann sollten wir uns ihr stellen. Häufig hat es eher mit unserer eigenen Unsicherheit zu tun, weshalb wir dann „so tun, als ob…“. Damit fühlt sich jedoch ein betroffener Mensch am falschen Platz, denn es ist kein Raum für ihn da. Viele ziehen sich deshalb auch zurück.

8. Die Falle für Eltern

Kinder sind in gar keinem Fall ein geeigneter Tröster. Auch wenn sie deutlich spüren, wenn Papa oder Mama traurig sind und die Aufgabe des Tröster unbewußt übernehmen. Entlasse sie umgehend aus dieser Pflicht: es ist keine Schande Gefühle zu haben, dazu darfst du stehen. Mache aber deutlich, dass du als Erwachsener weißt, wie du dir helfen kannst. Damit schaffst du Klarheit und wirst Vorbild für einen guten Umgang auch mit negativen Gefühlen. Wenn du selbst die Kraft nicht hast, hole dir unbedingt Hilfe!

 

Der beste Weg anderen Trost zu schenken

1. Sei da

Es geht nicht um die richtigen Worte oder darum, viele Worte zu finden. Sei einfach da. Es sind viel mehr die kleinen Gesten und Angebote, Interesse und Anteilnahme, die helfen: eine kleine Nachricht, ein Angebot oder auch praktische Unterstützung.

2. Sei offen

Es ist ganz normal auch verunsichert zu sein. Sprich es ruhig aus, damit wirkst du authentisch. Es wird dem Gegenüber auch zeigen, dass nicht er alleine gerade in seinem Leben schwankt. „Womit kann ich dich unterstützen?“ diese Frage kann eine solche Offenheit zeigen.

3. Raum für Gefühle

Alles darf sein. Menschen, die gerade traurig sind, können chaotisch wirken. Zwischen Wut und Tränen. Ein Wechselbad der Gefühle bricht auf. Das mag dich verunsichern, ist aber völlig normal. Es ist ok! – wenn du diese Haltung vermitteln kannst, fühlt sich dein Gegenüber angenommen.

4. Übernehme das Denken

Für eine Zeit zumindest. Wie ich schon gesagt habe, sind Menschen, die gerade in Gefühlsbäder eintauchen weder logisch noch besonders rational. Suche behutsam nach Wegen, mit der Situation umzugehen und Lösungen ins Auge zu fassen. In welcher Phase das sogar wichtig sein kann, kannst du hier nochmal nachlesen: die Phasen der Krise.

 

Einen Menschen an der Seite zu haben, wenn es dir schlecht geht, ist wunderbar und wertvoll.

Nur ist das nicht jedem und in jedem Moment möglich. Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass du auch weißt, wie du dir selbst ein guter Freund sein kannst. In Stunden, wo andere schlafen und niemand da ist, außer deiner Traurigkeit.

 

Wie du dich selbst trösten kannst

1. Akzeptiere

Der erste Schritt beginnt damit, zu akzeptieren. Wie es gerade ist und deine momentanen Gefühle dazu. Erlaube es dir, traurig zu sein, weine und atme. Atmen heißt, deinem Gefühl zuzustimmen, es zu akzeptieren.

2. Feste Zeiten für Gefühle

Wenn du dazu neigst, dich deinen Gefühlen zu sehr hinzugeben und den ganzen Tag davon beherrschen zu lassen, dann richte feste Zeiten ein: suche dir einen gemütlichen Platz, mache Musik an und lasse alles raus: weine, tobe, jammere- alles darf sein. Für eine feste Zeit. Danach gehe in deinen Tag zurück und tue, was es zu tun gibt. Dieses Ritual darfst du dir täglich schenken, für 15 Minuten intensive Fühl-Zeit. Damit schenkst du deinen Gefühlen Raum, erlaubst ihnen aber nicht, dich völlig zu beherrschen.

3. Komme ins Hier und Jetzt

Wenn du dich traurig fühlst, hat das immer etwas damit zu tun, woran du gerade denkst. Diese Gedanken beziehen sich auf Vergangenes oder auf Ängste in deiner Zukunft. Halte diese Zeitreise an. Bleibe in der Gegenwart. Im Hier und Jetzt. Atme und spüre den Boden. Werde dir bewußt (oder sage es laut vor dich hin), was du gerade siehst. Damit bist du im „jetzt“ angekommen. Ganz präsent.

4. Achte auf deine Gedanken

Wieder bei Punkt 3 angekommen: es sind deine Gedanken, die dich traurig machen, deine Erinnerungen, deine Befürchtungen. Werde dir dessen bewußt und setze ihnen etwas entgegen: gute Gedanken, aufhellende Gedanken, konzentriere dich auf das Positive. Noch mehr Inspirationen, optimistisch zu denken, findest du hier.

5. Schreibe (D)ein Drama

Manchmal ist es hilfreich maßlos zu übertreiben, um wieder das passende Maß zu finden. Hierfür habe ich eine Übung für dich: schreibe oder erzähle deine aktuelle Geschichte in der 3. Person. In allen Facetten – mache dich zum Drama-Helden und übertreibe in allen Maßen. Welche Überschrift könnte dieses Drama haben und wie endet es? Musst du vielleicht schmunzeln an irgendeiner Stelle?

6. Führe ein kleines Glücksbuch

Ich hoffe, das Wort „Glück“ löst jetzt keinen Widerstand in dir aus. Aber es gibt sie immer, diese kleinen Glücksmomente, auch in deinem Leben. Schreibe sie auf: alles, was dir Spaß und Freude macht, was du gesehen hast, was dir gefällt, was dir gelungen ist. Jeden Tag. Jeden Tag 5 schöne Dinge in deinem Leben. Mein kleiner Tipp: suche nicht das große Glücksereignis. Es sind die kleinen Dinge, die uns nähren: die erste Tulpe, eine witzige Postkarte, dich pflegen……..

7. Sei dir selbst ein Freund

Wende alles auch auf dich selbst an, was du zu deinen Freund oder Freundin sagen würdest (siehe die Impulse „wie du andere am besten tröstest“). Es ist eine gute Zeit für Selbstgespräche. Sage dir Tröstendes, Aufmunterndes, Lobendes und Stärkendes. Hier habe ich einen hilfreichen Artikel für dich, wie das gut gelingen kann.

 

Trösten hilft auch immer dir selbst

Abgesehen davon, dass wir als soziale Wesen eine wohlwollende Gemeinschaft brauchen, hat jede soziale Handlung auch einen positiven Effekt auf uns selbst.

Das belegen die folgenden zwei Studien. Hier fanden Forscher heraus, dass Anteilnahme eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit hat: auf die, die Unterstützung erhalten und jene, die Unterstützung geben:

  • Diese Auswirkungen hat Trost auf unser Gehirn
  • Sowohl Unterstützung empfangen, als auch anderen geben, hat deutlich positve Effekte auf unsere psycho-soziale Gesundheit

 

Doch jetzt zu dir: Womit schaffst du es , dich selbst zu trösten? Ich bin sehr gespannt auf deine ganz persönliche Strategie – gleich hier in den Kommentaren.

Nur Mut!

Deine Bea