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Schuldig!

Gebückt und voller Demut sitzt du auf dem harten Bänkchen, dein Blick ist auf den Boden gerichtet.

Innerlich rasen die Vorwürfe, die dein inneres Gericht dir entgegen peitscht.

Du hast es wirklich nicht besser verdient…..?

In diesem Artikel erfährst du:

  1. Was sind Schuldgfühle?
  2. Woher kommen sie überhaupt?
  3. Die Gefahr dahinter
  4. Was du bei Schuldgefühlen tun kannst

Schuldgefühle und Ängste sind Gefühle, unter denen die Menschen am stärksten leiden.

Setzt du ihnen nichts Hilfreiches entgegen, können sich daraus eingefahrene Lebensspiralen entwickeln. Sie führen dazu, dass du dich immer wieder klein und ohnmächtig fühlst.

Außerdem verhindern sie, dass du deine Träume und Wünsche umsetzt, deine Bedürfnisse angemessen lebst und Veränderungen, die dir eigentlich gut täten, auch wirklich angehst. Das alles erlaubst du dir nicht.

Wie ein Sog holen sie dich immer wieder an den Punkt, wo du dich verachtest und halbwertig fühlst – jenseits deiner Kraft und souveränen Ausstrahlung.

Wie kannst du dich aus diesem Gefühlsnetz befreien?

 

Was sind eigentlich Schuldgefühle?

Klar kennst du sie. Und ganz besonders als Mutter. Manchmal hab ich den Eindruck, wir bekommen sie per Geburt aus dem Kreißsaal mitgeliefert. Stellvertretend sprechen wir von

sich Vorwürfe machen,

ein schlechtes Gewissen haben.

Als Berufstätige hast du sie, weil das Kind manchmal ohne dich ist,

als „Vollzeit- Mutter“, weil du auch mal gefrustet bist oder rumschreist, anstatt glücklich durch die Welt zu hüpfen,

Väter, weil sie ihrer Familie gerne mehr Zeit oder Geld bieten würden, aber nicht wissen, wie.

Die einen haben ganz konkrete Gründe; andere wiederum haben quasi dauerhaft ein leichtes schlechtes Gewissen, selbst bei der kleinsten Sache.

Wir glauben, wir hätten etwas anders tun sollen, als wir getan haben und geben uns dafür die Schuld. Wenn dann wirklich etwas schief läuft, ist der Beweis erbracht.

Schuld, im Sinne der Anklage.

 

Schuldgefühle haben in den allermeisten Fällen nichts damit zu tun, dass wir etwas falsch gemacht haben.

Schuld trifft dich, wenn du gegen das Gesetz verstossen oder einem anderen bewußt Schaden zugefügt hast. Weitere Gründe gibt es nicht.

Und warum haben wir sie dann?

 

Warum hast du Schuldgefühle?

Schuldgefühle entwickelst du, wenn du gegen deine innere Moral und Werte gehandelt hast. Das fühlt sich in diesem Moment an, als hättest du eine Regel gebrochen. Diese Regeln und Werte sind zu einem Teil gesellschaftlich begründet (und das ist auch gut so), aber der weit größere Teil wird durch deine persönlichen Werte und Regeln gesteuert.

Schuldgefühle entstehen durch Gedanken in deinem Kopf. Denkmuster, die im Laufe deiner Lebensgeschichte entstanden sind.

Muster, die du seit deiner Geburt als Lebensregeln erfahren hast, im Zusammenleben mit Eltern und anderen Bezugspersonen. Solche Regeln können sein:

  • mach deinen Eltern keinen Kummer, sonst werden sie ganz unglücklich
  • wegen dir muss ich jetzt…..
  • du hast mich so enttäuscht….
  • wenn du lieb bist, dann……..

So können Familienregeln lauten. Egal, ob sie nun laut ausgesprochen wurden oder nur an der Mimik  erkennbar waren. Hast du diese Regeln befolgt, warst du „gut“, ansonsten hatte es Folgen. Die seelisch schlimmsten Folgen sind nicht Schläge, sondern Mißachtung.

Aus Sicht eines Kindes sind die Eltern allwissend und unanfechtbar (das ändert sich „leider“ während der Pubertät ;-) ). Also entwickelt dieser junge, noch abhängige Mensch ein Bewußtsein von: Ich bin nicht OK! Ich mache andere traurig, sauer, enttäuscht….

Je starrer und kompromißloser diese Regeln von den Bezugspersonen erwartet wurden, desto stärker werden sie ein Leben lang befolgt. Diese Menschen sind immer darauf bedacht, sich nicht falsch zu verhalten und es anderen bloß recht zu machen. Oft geben sie sich die volle Verantwortung dafür, ob es ihren Mitmenschen gut geht. Noch heute tragen sie die Angst in sich: “ Was habe ich falsch gemacht…?“ .

In den allermeisten Fällen Nichts!

Die Bedingungen für ein Kind, seinen Eltern entsprechen zu müssen, sind aber völlig andere, als deine Situation heute. Heute bist du Erwachsen und nicht mehr anhängig von Lob und Tadel. Nur leider bekommst du später keine Gebrauchsanweisung dafür, das wieder zu verändern oder zu überdenken.

 

Die Gefahr hinter Schuldgefühlen

Ein schlechtes Gewissen mal hier oder da, ist völlig normal.

Sind diese selbst-verurteilenden Gedanken sehr ausgeprägt, häufig und vor allem nicht angemessen, können sie gesundheitliche Folgen haben.

Dann wird es Zeit achtsam zu werden.

Hier habe ich dir bereits einige Hinweise gegeben, wie du dich mit deinen Gedanken auseinander setzen kannst- denn Schuldgefühle sind nichts anderes, als Denkfehler!

Starke oder dauerhafte Schuldgefühlen führen zu:

  • strenger Selbstverurteilung und in der Folge wenig Selbstachtung, die eigenen Grenzen zu wahren – mit Gefahr auf Burnout
  • einem geringen Selbstwert – man hat seinen Wert“ aufgrund der Schuld verloren
  • sich selbst nicht wichtig nehmen
  • in der gesteigerten Form bis hin zu depressiven Gefühlsmomenten
  • endlosen Gedankenspiralen, bis hin zu zwanghaften Gedanken (du darfst nicht……)
  • eigenen strengen Normen, die durch Kontrolle und Perfektionismus eingehalten werden müssen
  • dem Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit
  • Selbstvorwürfen, auch wenn die Ursache rational betrachtet nicht bei der Person liegt
  • Selbstbestrafung und selbst-schädigendes Verhalten, da man unbewußt denkt, es nicht besser verdient zu haben

 

 

Was du gegen Schuldgefühle tun kannst

Und was machst du jetzt mit diesen Informationen?

Zugegeben, das Thema „Schuld und Schuldgefühle“ ist ein sehr vielschichtiges Feld. Jetzt soll der Schwerpunkt erst einmal darauf liegen, was du selbst tun kannst, wenn du in einer Form betroffen bist. Deshalb möchte ich dir einige bewährte Wege an die Hand geben, zu starten.

1. Werde dir bewußt

Gehe zurück in dein Leben als du noch ein kleines Mädchen, bzw. Junge warst und werde dir der Lebensregeln bewußt, die zu Hause herrschten:

  • was waren die obersten Gebote, die deine Eltern lebten?
  • was durfte auf keinen Fall passieren?
  • wann waren deine Eltern stolz auf dich?
  • wie hast du bemerkt, dass du „nicht ok“ warst?
  • wann hast du dich schuldig gefühlt? Und warum?
  • Bedenke bei dieser Übung, dass es nicht nur die ausgesprochenen Worte sind, die ihre Wirkung haben: auch Schweigen, eine besorgte Mine oder „stille Sanktionen“ lassen ein Kind spüren, ob es einen Fehler gemacht hat und damit die Nachricht in sich auf nimmt: Ich bin nicht ok!

2. Womit kann jemand „deine Knöpfe“ drücken?

Kommen wir nun in die Gegenwart, heute, wo du „groß“ bist. Mache auch diese Übung am besten schriftlich, oder führe ein kleines Notizbuch mit dir: in welchen Situationen machst du dir Vorwürfe oder gibst dir die Schuld?

Weil dein Kind eine schlechte Note geschrieben hat? Jemand unfreundlich zu dir war? Dein Chef nicht zufrieden ist? Deine Freundin sich schon lange nicht mehr bei dir gemeldet hat?

3. Und jetzt frage dich…

ist es wirklich in jeder dieser Situationen alleine deine Verantwortung? Warum glaubst du, sollte das in deiner Macht liegen? Was müssten die anderen tun, damit es besser wird?

4. Lebe nach dem Pareto-Prinzip

Die 80/20-Regel: Perfektionismus und Fehlerlosigkeit sind out, auch wenn es noch nicht bei allen angekommen ist. Klug ist, wer 80% erreicht, mit 20% seiner Energie

5. Spare Energie

Vielleicht hast du dich gerade gefragt: was? Nur mit 20% Energie? Ja, genau, denn Schuldgefühle kosten jede Menge Energie! Indem du lernst, gesünder damit umzugehen, umso mehr Energie stehen dir für die schönen Dinge im Leben zur Verfügung.

6. Spieglein, Spieglein an der Wand

Diese Übung ist eher für Mutige. Stelle dich vor den Spiegel und sage zu dir selbst, wenn du dir mal wieder für etwas die Schuld gibst: ich bin bereit mir für die Sache ….XY zu verzeihen. Ich lerne daraus.

7. Aufmunternde Worte

Was würdest du zu deinem Kind oder zu deiner liebsten Freundin sagen, wenn es sich starke Vorwürfe macht? Würdest du es vor Gericht zerren und nieder machen? Nein, ganz sicher nicht. Sprich also genau so mit dir selbst.

8. Konsequente Sprachübung

Verwende in deinem Alltag anstelle von „ich müsste…..“, “ ich sollte…..“ , nur noch: Ich entscheide mich für….., ich möchte gerne….!

9. Eine heilsame Alternative

Ja, manchmal laufen die Dinge anders und wir fühlen uns verantwortlich. Anstatt dich jedoch zu verurteilen, wähle „das Bedauern“. Damit bekommt die Situation eine ganz andere Dynamik, probiere es aus! “ Ich bedauere, dass…….“

10. Du?

Ja, was machst du, wenn dich Schuldgefühle quälen?

Ich freue mich, wenn du uns deine wirksame Strategie verrätst, gleich hier unten in den Kommentaren. gerne auch mir persönlich per E-Mail.

Nur Mut!

Deine Bea