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Wer stoisch gelassen und selbst bei hitzigen Diskussionen immer ruhig bleibt, gilt als souverän und cool.
Ein Fels in der Brandung, verlässlich, professionell.
Wenn man dir also Kompetenz und Souveränität zutrauen soll, dann solltest du deine Gefühle gut verbergen und Fassung bewahren.
Vor allem im Job. Bloß keine Gefühle zeigen!
Was wir uns maximal erlauben dürfen, sind positive Gefühle. 
So ist die Wertung unserer Kultur.

Dabei sehnen wir uns so sehr nach Gefühlen:
Wir kaufen Leistungen und Produkte,  nur, um uns besser zu fühlen.
Das Fahren eines Sportwagens vermittelt dir Power, der angesagte Lippenstift ein Hauch von Heidi Klum. Wir lauschen bewegenden Geschichten lieber als einer ausgefeilten PowerPoint Präsentation mit 19 Diagrammen.
Dramen, Gedichte, Helden-Geschichten – all der Stoff erfüllt nur einen Zweck: Er soll dich berühren.

Doch geht es um uns selbst, dann wünschen wir uns Distanz zu unseren Gefühlen. Wir rationalisieren, zeigen sie nicht und nennen es professionell, wenn wir sie verbergen.

Jeder hat seinen ganz eigenen emotionalen Stil, das sollten wir respektieren.
Aber diese Unterschiedlichkeit kann auch manchmal schwierig werden. Nämlich dann, wenn sie zwischen zwei Personen zu Missverständnissen führt. Weil sie nicht ausdrücken, was sie innerlich bewegt.

Verstehen wir die Sprache von Emotionen tiefer, dann können wir sie als das nutzen, was sie ist: als eine Ressource.
Als ein verlässliches Instrument uns selbst und das Miteinander zu steuern.

Kurz gesagt: Wer die Sprache der eigenen Gefühle angemessen zeigen kann, spart sich jede Menge Stress.

 

 

 

Darin liegt die Chance.

 

Wie zeigt sich ein Gefühl?

Der eine bezeichnet das Gefühl der Freude als Liebe, als Glück oder Zufriedenheit.
Ein Anderer als Wohlergehen, Stolz oder Lust.

Ein Gefühl unterscheidet sich also darin, wie wir es spachlich ausdrücken, aber nicht, wie es sich zeigt.

Unsere Körper reagieren alle gleich, wenn sich Gefühle zeigen.

Dein Körper ist die wichtigste Bühne, wenn es darum geht, Gefühle zu zeigen.
Gefühle sind ein kompliziertes Bündel aus chemischen und neuronalen Reaktionen.

Paul Ekman fand in seinen jahrelangen Studien heraus, dass wir sie eindeutig im Gesicht identifizieren können.
Dazu studierte er die feinsten Veränderungen, die bei einer Gefühlsregung entstehen. Das können wir gar nicht verhindern.

Veränderung in der Mimik, in der Gestik, in den Gesichtszügen, der Stimme, der Muskulatur, Atmung, Haltung, am Verhalten, bzw. in der gezeigten Reaktion.
Beobachte einmal selbst die Merkmale, an denen du persönlich ein Gefühl beschreiben und erkennen würdest:

 

 

Gefühle gehören zu unserem emotionalen Erbe.
Wir empfangen ein Signal von außen und setzen es in ein inneres Signal um, in ein Gefühl. Das geschieht blitzartig, ohne besonnen abwägen zu können, ob das wohl gut ist.

Früher entstanden daraus eindeutig Vorteile, damit wir überleben konnten.
Gefühle wollen uns also grundsätzlich helfen.
Gefühle zeigen dir, dass etwas passiert, das wichtig für dich ist – alles andere würde dich kalt lassen.

 

 

Gefühle werden zum Problem, wenn…

sie zu Verwirrungen führen.

Oder zu Ergebnissen, die wir nicht wollen. Weder für uns selbst, noch für andere.

 

1. Wir Gefühle nicht angemessen ausdrücken können

Wir haben zwar alle das gleiche biologische Erbe, jedoch auch eine sehr unterschiedliche Art und Weise, Gefühle zu erleben und zu zeigen.
Probleme entstehen dann, wenn wir sie anders zeigen, als wir uns fühlen.
Dann entstehen Missverständnisse oder Konflikte.
In Partnerschaften ist das der häufigste Grund, weshalb sich zwei im Kreise drehen. Sie glauben, es läge an ihren Argumenten. Doch in den meisten Fällen führt es uns in diese Sackgassen, wie wir unsere Gefühle äußern.

Dann fühlen wir uns nicht verstanden oder es fällt uns schwer, auf den anderen einzugehen.

 

2. Wir Gefühle strikt vermeiden wollen

Weil wir befürchten, dass sie uns belasten könnten.
Dann tun wir alles, um sie in Schach zu halten und zu kontrollieren.

Je stärker Menschen allerdings versuchen, unerwünschte Gefühle zu kontrollieren, umso intensiver werden sie dann.
Es sind dann die Kontroll-Strategien, die zum eigentlichen Problem werden.

So geht es auch dem Bindungsängstlichen, der aufgrund seiner Erfahrung unbewusst beschlossen hat, sich nicht mehr auf tiefere Beziehungen einzulassen.
Obgleich dies keine bewusste Entscheidung ist, so führt sie doch dazu, sich selbst keine tiefe Beziehung zu erlauben – aus Angst vor einem Gefühl. 

Selbst, wenn wir uns bemühen, unsere Gefühle zu verstecken. Die Wirkung erreicht garantiert seinen Empfänger.

Non-verbal. .

 

Eine extreme Form, keine Gefühle zu erkennen ist die Alexithymie.

3. Wir Gefühle nicht angemessen dosieren können

Wir wünschen uns dann, wir hätten unter ihrem Einfluss anders reagiert und uns nicht so hinreißen lassen.

Worauf ich hinaus will, wird in der Psychologie „emotional granularity“ oder zu Deutsch: emotionale Körnung genannt.
Das beschreibt, wie gut man in der Lage ist, seine Gefühle auszudrücken.

Menschen mit einer geringen Körnung greifen auf automatische Reaktionen zurück. Sie überdenken weder die Folgen, noch den Kontext, in dem sie sich befinden.
Eine geringe Körnung findet sich häufig unter Straftätern wieder, wenn Wut und Frust in körperlich Gewalt übersetzt wird.

In all diesen Fällen wird die gesunde Kraft, Gefühle zu zeigen, nicht hilfreich genutzt oder einfach verpasst.

 

 

 

Der Gefühls-Typ „Ich habs nicht mit Gefühlen“

Zweifels ohne, jeder von uns hat seinen eigenen emotionalen Stil. Die einen zeigen ihre Gefühle ganz offen und frei. Andere halten sie gut verborgen.

Trotz eines relativ stabilen Stils reagieren wir nicht immer gleich: du wirst im Büro deine Emotionen anders ausdrücken, als mit deinen Kumpels im Stadion.

Dennoch zeigen sich typische Muster. Muster, wie wir Gefühle nach innen und nach außen zulassen und ausdrücken. 

Nun kommt hinzu, dass nicht nur jeder ein eigenes Temperament hat, sondern auch unterschiedliche Erfahrungen. Erfahrungen, die zu inneren Lebensregeln führen:

  • „Ich habe Angst vor Hunden, weil ich gebissen wurde.“
  • „Männer sind Chauvis, weil ich meinem Vater immer die Kartoffeln schälen musste.“

Das ist natürlich einfach beschrieben, aber sicher verstehst du, worauf ich hinaus möchte.

Emotionen sind also sowohl veranlagt, persönlich geprägt und genetische Echos unserer Erfahrungen.

Wie dein persönlicher Stil aussieht, das findest du im letzten Abschnitt heraus.

 

Über unser Temperament können wir wenig entscheiden.
Doch wir können die Auswirkungen modifizieren, um eine positive Reaktion bei unserer Außenwelt zu erzeugen.

Wir können auch lernen, uns nicht so sehr mit unseren Gefühlen zu kontrollieren und dadurch gefühlslos zu wirken, falls das unser Problem ist.

Denn einige Menschen sind sehr begabt darin, jegliche Anzeichen eines Gefühls, das sie empfinden, abzudämmen oder sogar völlig zu eliminieren.
Das kann verschiedene Gründe haben.

Entweder haben sie einfach geringere Ausprägung, die sie empfinden.

Oder sie halten Gefühle nicht für besonders relevant für ihr Leben.

Oder aber sie haben gut trainiert, sie abzudämmen. Auch das hatte sicher einen guten Zweck in ihrer Biographie.

Robert Levenson hat herausgefunden, dass Männer, die zu einer stoischen Gelassenheit neigen und kaum eine Gefühlsregung zeigen, sehr wohl ihre Emotionen physiologisch sehr intensiv erleben.
So kann ein äußeres Abkapseln oder Mauern durchaus als emotionales Signal gesehen werden, mit einer gewissen Überforderung oder fehlenden Bereitschaft umzugehen.
Sich einer Situation nicht zu stellen, bedeutet nicht gleichzeitig, dass sich das Gefühl nicht zeigt.

Es gibt dafür kein gut oder schlecht zunächst. Es kommt darauf an, welche Konsequenzen das für dich hat. 

Eindeutig besser wäre es natürlich, du nutzt Emotionen, um zu erkennen, was du brauchst und drückst sie konstruktiv aus.

 

 

Wie du lernst mehr Gefühle zu zeigen

Wenn du dich gestresst fühlst, wie fühlst du dich dann genau?
Fühlst du dich einfach gestresst oder kannst du das Gefühl noch genauer beschreiben?

Du siehst, bevor du eine halbwegs stimmige Antwort geben kannst, solltest du das Gefühl etwas kennen lernen.

Wir glauben ja zu wissen, wie es ist, gestresst zu sein. Doch diese erste Antwort kommt aus dem Kopf.

Gefühle zeigen sich durch eine Reaktion im Körper. Das weißt du schon aus dem ersten Teil des Artikels.

Und um diese genauer zu verstehen, brauchen wir ein wenig Körper-Bewusstsein.

 

Wie der Körper Gefühle ausdrückt

Das erfahren wir durch Achtsamkeit.

Anders als bei anderen Entspannungstechniken braucht Achtsamkeit weder eine besondere Zeit, noch einen besonderen Ort. Achtsamkeit ist während einer Präsentation möglich, beim Putzen oder lesen. Achtsamkeit an sich ist nicht entspannend. Das einzige Ziel ist es, achtsam für eigene Körperprozesse zu werden:

Spannst du die Schultern an? Hältst du den Atem ein? Ziehst du die Augenbrauen hoch? Blickst auf den Boden?

Den Menschen, die stark mit ihren Gedanken beschäftigt sind, hilft es, sich auf körperlich oder  sensorische Wahrnehmung  zu fokussieren.
Auf das, was sie spüren. Auf ihren Atem, was sie schmecken und sehen.

Diese simple Wahrnehmung verändert das Bewusstsein grundlegend.

Zumindest mit ein wenig Übung.

 (Hier geht es primär um schwer wahrnehmbare Gefühle – für die Regulation von starken Gefühlen findest du hier eine Anleitung).

 

Welche emotionalen Stil hast du?

Wir unterscheiden Gefühle körperlich und danach, wie wir uns daraufhin verhalten.
Das kann sich mit dem decken, was du tatsächlich empfindest, muss aber nicht.

Welchen emotionalen Stil du hauptsächlich zeigst, kann man an dieser Darstellung verdeutlichen.

Dazu trage in den unteren zwei Kreisen

A deine gezeigten

B deine empfundenen Emotionen ein.

 

 

Verteile die 5 Grundemotionen (Angst, Trauer, Wut, Freude, Ekel) als Kuchenstücke ein, wie du sie am häufigsten erlebst, bzw. zeigst.
Du kannst dir nur einen Lebensbereich ansehen oder gezielte z.B. im Beruf, in Beziehungen, in Freundschaften etc.

Sind beide Kreise deckungsgleich?

 

 

Bestimme deine Gefühls-Favoriten 

Vielleicht hast du entdeckt, dass deine gezeigten, also sichtbaren Gefühle nicht immer mit dem übereinstimmen, wie es dir innerlich geht.

Vielleicht auch, dass es ein Gefühl gibt, das du weniger empfindest: Freude, Wut, Trauer?

Diese Entdeckung kannst du nutzen, um genau dort dein Erleben oder deinen Ausdruck zu erweitern.

 

So steigerst du deinen emotionalen Ausdruck 

Grundsätzlich bieten sich drei Zugänge an, wie wir Gefühle im Erleben und im Ausdruck stärken können: 

  1. Sich aktiv der Emotion stellen, die bisher wenig gelebt wurde
  2. Ein Verständnis entwickeln, warum wir bisher einem Gefühl wenig Beachtung geschenkt haben. So können wir das Gefühl neu bewerten lernen.
  3. Den Ausdruck in Worten, Köperausdruck und Gesicht üben, um einem wenig gezeigten Gefühl mehr Ausdruck zu geben. Damit wirst du eindeutiger in der Kommunikation mit deinen Mitmenschen. Du wirst besser verstanden. 

 

Nun soll es um konkrete Übungen gehen, mehr Gefühle zu zeigen. Gefühle, denen du bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt hast.
Vielleicht hast du sie sogar ganz vermieden.

 

An das Gefühl denken 

Woran ich nicht denke, das tue ich nicht.

Also, hole dir das Gefühl, das du stärken möchtest in deine Erinnerung: Recherchiere dazu im Netz.
Drucke dir Bilder aus, die dieses Gefühl darstellen, Symbole, Schlüsselreize und integriere sie gegenständlich in deinen Alltag.

 

Die Spiegelübung 

Betrachte dich in einem Spiegel und mache so detailliert wie möglich den Gesichtsausdruck, den dieses Gefühl typischerweise auslöst.
Gerne täglich.

 

 Ein Treffen mit dem Gefühl

Intensiviere das ausgeblendete Gefühl: Sieh dir Filme an, die das Thema zum Inhalt haben.
Orte, die das repräsentieren oder Musikstücke.
Du kannst auch in die pantomimische Nachbildung dieses Gefühls gehen.
All dies verstärkt das bewusste Erleben.

 

Reden

Zu den wichtigsten Strategien zählt das Reden.
Das Aussprechen und Wortefinden darüber, was dich bewegt.
Nicht jeder ist das gewohnt und manchen kostet es Überwindung. Es zählt jedoch zu den wichtigsten Regulations-Strategien

 

Expressives Schreiben

Viele erlauben sich zum Beispiel nicht, ihre Wut zu zeigen. Es gilt als unschicklich und nicht erwünscht. Ein gutes Ventil bietet das Schreiben, ein Brief, indem du dein Gefühl ausdrückst.
Eine andere Variante ist es, dem vernachlässigten Gefühl einen Brief zu schreiben, warum es bisher so ausgestoßen war.

 

Noch mehr Stratgien oder eine Begleitung dazu, findest du hier. 

Probiere die Übungen doch einfach mal aus.

Drossel ein wenig das Tempo aus deinem Alltag und nimm dich wahr.
Dazu benötigst du weder Urlaub, noch ein Kloster.
Das kann beim Gehen geschehen, beim Treppensteigen.

Wer im Eilschritt durch Leben rast, läuft an sich selbst vorbei.

Der gute Umgang mit Emotionen und wie du sie perfekt dosieren kannst, ist ein wesentlicher Teil unseres Online-Programms.

Einfach ansehen, es ist kostenfrei😉. 

Mut-machende Grüße
Deine Bea 

 

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