Gratis-Online-Kurs: Stärke dich in schwierigen Zeiten zum Gratis Online-Kurs

Es fühlt sich an, wie ein Schlag ins Gesicht.

Oft kannst du es gar nicht in Worte packen, was dich da gerade so betroffen macht. Du bleibst zurück, wie ein begossenes Lamm. Oder ärgerst dich fürchterlich über dich selbst.

Eines ist klar. Wenn du dich so (oder so ähnlich) fühlst, dann hat jemand deine Grenze überschritten.

(Starte hier mit einem kleinen un-wissenschaftlichen Test ;-) )

Entweder hat er sie bewusst oder zufällig ignoriert, oft du hast gar keine aufgestellt.

Vielleicht war deine Grenze gar nicht sichtbar, oder du kennst sie selber nicht?

Grenzen regeln unser Miteinander und sichern deine Identität. Grund genug, sich ein paar Gedanken darüber zu machen und zu lernen, sie zur Not zu verteidigen.

Nur wie geht das?

 

In diesem Artikel erfährst Du

  1. Warum ärgerst du dich?
  2. Warum du Grenzen brauchst
  3. Wie du dafür sorgst, dass andere sie einhalten

 

Nicht alle Grenzüberschreitungen sind offensichtlich, so dass wir sie sofort entlarven.

Manchmal schleicht sich dieses Gefühl ein, wenn du manipulativen oder sehr dominanten Menschen begegnest.

Manchmal, weil jemand dich offensichtlich übersieht und einfach sein Recht nimmt, ohne Rücksicht auf Verluste.

Oder, weil es an Wertschätzung und Respekt fehlt.

Manchmal sind Menschen auch schlichtweg  ignorant und wenig einfühlsam, so dass es ihnen schwer fällt andere Grenzen zu erkennen.

 

1. Warum ärgerst du dich?

Grenzen sind die Haustür zu deiner Persönlichkeit. Niemand möchte, dass jeder in dein Wohnzimmer latscht und es sich dort bequem macht. Vielleicht noch den Kühlschrank leer räumt ohne Danke zu sagen. Da würdest du dich sicher wehren, nicht wahr?

Genauso ist es mit deinen persönlichen Grenzen. Nur sind sie leider nicht so sichtbar, wie deine Haustüre. Grenzen sind etwas sehr individuelles und persönliches. Der eine mag es, dass ihn jeder duzt und körperlich nah kommt. Ein anderer gesteht dies nur wenigen Menschen zu.

Grenzen sind biographisch gewachsen und sind eng an deine perönlichen Werte gebunden. Deshalb geraten Menschen mit recht ähnlichen Werten weniger aneinander. Sie handeln intuitiv ähnlich und achten auf ähnliche Dinge.

Leider geraten wir am Arbeitsplatz, im Bekannten- und Freundeskreis auch auf unterschiedliche Bedürfnisse und Werte. Dann wird es auch mal haarig und du ärgerst dich, wie sich jemand verhält, was er gerade sagt oder wie er handelt.

Spätestens jetzt solltest du Farbe bekennen. Wer bist du und was ist dir wichtig?

 

 

Kennst du deine Grenzen?

Es ist zunächst wichtig, dass du dir bewusst machst, welche Grenzen du überhaupt hast. Nur dann kannst du auch reagieren. Und zwar im richtigen Moment und nicht erst, wenn du dich Stunden später noch darüber aufregst und der Grund schon lange Vergangenheit ist.

Wenn du nicht weisst, wo deine Toleranz aufhört, dann wirst du schwammig, bist ohne Kontur und das ist nach außen spürbar. Andere wissen, wie sie es anstellen, diese Gummi-Grenze auszudehnen. Wie ein Ping-Pong-Ball, jeder darf mal spielen. Sie lassen dich auflaufen, sind unhöflich, setzen dich auch mal unter Druck oder versuchen dich zu überreden……ist ja auch nicht zu verdenken, woher sollen die anderen ahnen, wo für dich der Spaß aufhört?

Bedenke, dass Menschen dies oft intuitiv austesten und dir nicht unbedingt bewusst Böses wollen. Sie wollen einfach spielen und testen, wie weit sie gehen können. Dann musst du lernen, auch mal als Spielverderber zu gelten. Das ist nicht einfach zu Anfang, ich weiß.

Beantworte dir zunächst einige wichtige Fragen:

  1. Was ist dir im Leben wichtig, was sind deine Werte im miteinander? Das können so Dinge sein wie Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Respekt, Harmonie etc.. Orientiere dich dabei auch immer an Eigenschaften, die du selbst in deinem Alltag umsetzt.
  2. Welche konkreten Situationen in der Vergangenheit möchtest du nicht wieder akzeptieren?
  3. Wann hast du dich unwohl gefühlt, überrumpelt oder wenig geachtet?
  4. Wer darf dir nah sein, wobei machst du Ausnahmen und Unterschiede?
  5. Welchen Menschen bist du bereit mehr Toleranz entgegen zu bringen und warum?
  6. Hinterfrage diese Toleranz auch mit dem Gedanken, ob du dich von jemandem in einer Form abhängig fühlst?

 

 

Angst vor Ablehnung

Punkt 5 ist eine sehr wichtiger Forschungsansatz. Vor allem, wenn es um die Antwort auf die Frage nach dem warum geht. Manchmal ist es so, dass du dich schwächer fühlst, als diese Person. Dein Vater, dein Chef, dein Vermieter, der Bankangestellte, der über deine Zukunft entscheidet. Sie hat unbewusst Mittel und Macht über dich, weil du dich der Situation nicht ausreichend stark gegenüber fühlst.

Vielleicht hast du auch Angst, dass dich hinterher Schuldgefühle einholen und du Sorge vor den Folgen hast?

Eine große Macht hat die Angst, abgelehnt zu werden.

Da verschweigen wir, was wir wirklich denken, was wir brauchen oder für uns einzustehen.

Damit bleibst du immer unter deinen Möglichkeiten und duckst dich ab, wie die Gallier, aus Angst, der Himmel könne ihnen auf den Kopf fallen.

Interessanterweise ist es aber genau nicht so, wie es dir deine Angst zuflüstert. Menschen mit klaren Grenzen haben keine Angst vor Verlust ihres Territoriums. Sie bleiben gelassen, freundlich und standhaft- eine wahre Persönlichkeit.

 

Du bist dir nicht wichtig genug

Ja, darf ich mir denn so wichtig sein, um meinem Chef, meinem Partner, meinen Gegenüber wirklich Grenzen zu setzen?

Ist es nicht viel tugendhafter bescheiden und selbstlos zu sein? Ist es nicht anmaßend?

Nun, dann frage dich, ob dein Gegenüber dich auch wichtiger nimmt, als sich selbst…

Damit ist die Frage beantwortet. Wir verteidigen nur Dinge, die uns wichtig sind.

Es geht ja nicht darum, mit Panzern und Kanonen diese Grenzen zu verteidigen. Aber wie wäre es mit dem Wörtchen „Nein“? Aber dazu kommen wir später.

 

2. Warum du Grenzen setzen musst

Ein Land ohne Grenzen wird überrollt, ausgeplündert und vernachlässigt. Nicht umsonst geht es bei Kriegen darum, Territorien zu erweitern.

Grenzen bestimmen deine Identität und deine Persönlichkeit. Sie sind Ausdruck deines Selbstwerts.

Setzt du keine oder sind dir deine Grenzen nicht ungefähr klar, dann hat das Auswirkungen auf das Miteinander. Letztendlich steckt dahinter die Angst, sich nicht ausreichend zur Wehr setzen zu können. Machtlos zu sein.

Wer keine Grenzen zeigt, wird schnell von außen überrollt, oder ist sogar schutzlos ausgeliefert.

Deshalb gehört es zu jeder starken Persönlichkeit, dass sie Konturen hat. Zeigt, wer sie ist, was sie mag und was noch in den Toleranzbereich gehört.

Niemand ist darin machtlos. Es geht darum, die richtigen Mittel und Wege zu lernen, wie die eigenen Interessen deutlich gemacht werden können.

Wenn du andere mächtiger und wichtiger wahrnimmst, als dich selbst, dann wirst du kein Bedürfnis haben, ihnen Grenzen zu setzen. Deshalb: Grenzen sind immer Ausdruck von Selbstachtung und des eigenen Selbstvertrauen.

 

3. Erbaue Grenzen

Kennst du einen Menschen, der klar und ruhig sagt, was er braucht und möchte? Der seinen Mund aufmacht, wenn die Situation unfair und unangemessen läuft? Oft sitzen wir da und unterdrücken unseren Ärger, bis wir fast ersticken, weil wir nicht den Mut haben, den Mund aufzumachen. Dabei wirken solche Menschen sehr stark und attraktiv ( ich spreche hier nicht von Cholerikern, die anderen Angst einflössen und sich so Respekt verschaffen).

Wie erreichen sie diese Wirkung?

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Habe also Geduld und übe.

Entdecke deinen Wert

Das erste, das du lernen musst, ist, dass du ein Recht hast, Grenzen zu setzen. Denn du bist es wert. Selbstzweifel sind der größte Saboteur des Selbst-Wertes. Selbstzweifel schaffen es, aus jedem persönlichen Erfolg einen „naja“-Effekt zu schaffen. Nichts scheint auszureichen, um sich zu loben oder anzuerkennen. Der Selbstwert ist jedoch die Voraussetzung, damit wir uns achten und für uns einstehen.

Deshalb möchte ich dir hier einige Strategien zeigen, wie du deinen Selbstwert stetig steigern kannst:

  • scheibe dir täglich 5 Dinge auf, die dir gut gelungen sind, auf die du schon ein wenig stolz bist
  • was magst du an dir?
  • was mögen andere an dir?
  • was hast du bis heute alles gemeistert?
  • was hat dir dabei geholfen?
  • was gibt dir Kraft und Energie?
  • achtest du darauf, dass es dir gut geht?

Anders herum, könntest du deine vermeintlichen Schwächen auch mit Mitgefühl betrachten. Anstatt dich hart zu verurteilen und weiter anzutreiben, sprich dir liebevoll und mit anteilnehmenden Worten zu.

Achtung: Leistung und Erfolg sind sicher ein Grund stolz zu sein. Nur ersetzen sie recht kurzfristig ein gutes Selbstwertgefühl. Schnell  lechtst das Ego danach, weitere Herausforderungen zu meistern, was viel Kraft und Energie kosten kann.

Respekt bitte!

Respektlosigkeit bildet Hierarchien in Beziehungen. Auch in der Beziehung zu sich selbst. Wenn ich dauerhaft schlecht, nörgelnd oder kritisierend mit mir selbst oder mit einem anderen Menschen spreche, fehlt es an Respekt. Das führt früher oder später zu Distanz. Entweder können wir uns selbst nicht mehr leiden, oder der Gegenüber entfernt sich von Dir. Zunächst innerlich, dann oft auch äußerlich.

Achtungsvolle Grenzen setzen immer Respekt voraus. Vor dir selbst und vor anderen.

 

Ergreife das Wort

Deine Grenzen kann niemand riechen. Du musst sie benennen. Je eher, desto leichter. Oft schweigen wir viel zu lange, um die Harmonie nicht zu stören und dann platzt es an irgendeiner Stelle aus uns heraus. Dann mit Wucht und unpassenden Worten. Warte also nicht, bis dir der Kragen platzt, nur der Stimmung zuliebe, sondern höre auf dein Gefühl. Ein leichtes Grummeln kann ein Anzeichen dafür sein, dass etwas für dich nicht stimmig ist.

Sei konsequent und schweige dann

Davon können vor allem Eltern ein Liedchen singen. “ Ich möchte, dass du dein Zimmer aufräumst….“.

Versuche Ruhe zu bewahren und mache eine Sprechpause. Wenn du jetzt anfängst, dich in deiner Aussage ständig zu wiederholen, wirkt das schnell unglaubwürdig. Ebenso ist es mit Rechtfertigungen und Erklärungen, all das schmälert deine erste Aussage.

Sprich es aus und halte aus. Du hast deinen Standpunkt klar ausgedrückt und der andere entscheidet, was er damit macht. Nach dem ersten Statement bleibt natürlich Raum, um einen Kompromiss zu finden, der für euch beide passt.

 

Halte die Balance

Nun kommen wir zu der Spezie, die sofort sagt, was sie denkt und immer darum kämpft, was sie wollen. Puh, das klingt schon anstrengend. Und, ist für alle Menschen anstrengend. Viele bekommen Angst vor so viel Selbstbehauptung und es schafft eine Distanz, die nicht wirklich wünschenwert ist. Niemand möchte mit einem Bulldozer seinen Tag verbringen.

Deshalb fordert es manchmal ein wenig Fingerspitzengefühl die Balance zu halten, zwischen zu starren und zu schwachen Grenzen. Zulasten von Sanftheit und Barmherzigkeit.

Du siehst also, Grenzen setzen ist eine Sache von Ausprobieren, Erfahrung und Reflektion.

Nun zu dir: Wo möchtest du das nächste mal eine erste Grenze setzen? Was ist dir schon lange ein Dorn im Auge?

Ich bin gespannt auf deine Möglichkeiten

Nur Mut!

Herzlich,

Deine Bea

PS: Wenn du zu diesem Thema Unterstützung brauchst, dann schau mal hier!