Gratis-Online-Kurs: Stärke dich in schwierigen Zeiten zum Gratis Online-Kurs

Sara liebt Jan. Sie sind über zwei Jahre zusammen. Aber Sara ist unglücklich, denn Jan wirkt distanziert. Er ist mit seinen Angelegenheit beschäftigt, seinem Job, seinem Sport und seinen Kumpels. Er geht wenig auf sie ein. Spricht sie von zusammen ziehen oder Familie gründen, bleibt er unverbindlich, oft sogar abweisend.

Thomas liebt das Singleleben. Nach einigen kürzeren Beziehungen sind ihm Beziehungen zu anstrengend. Über einen Flirt und kurze Affären kommt er nicht mehr hinaus. Eine Frau hatte ihn mal richtig begeistert: Julia!  Obwohl es Jahre zurück liegt, denkt er noch an sie. Julia war jedoch kompliziert, und es gab ständig Streit, mit mehrere On and Offs der Beziehung. Seit dem hat er die Nase voll.

Lisa sehnt sich seit langem nach einer Beziehung. Aber es will nicht klappen. Kaum ist sie mit einem Partner länger zusammen, wird sie unzufrieden. Sie zickt herum und kritisiert ihren Partner wegen Kleinigkeiten. Keiner ist auf Dauer perfekt.

Du erkennst dich in diesen Situationen wieder?

Was auf den ersten Blick nach ganz normalen Beziehungsthemen aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachung jedoch als Bindungsangst.

Obwohl Liebesphobiker den tiefen Wunsch einer erfüllten Beziehung hegen, können sie diese nicht herstellen oder dauerhaft halten. Sie hoffen, dass beim nächsten Partner alles anders wird, und dann der/die Richtige kommt. Das ist ein schmerzhafter Konflikt auf der Suche nach Glück.

Du kannst zwar den Partner wechseln, doch dir selbst entkommst du nicht

 

Was bedeutet Bindungsangst?

Bindungsangst bezieht sich auf alle Beziehungen.Mit Beziehung bezeichne ich die Art und Weise, aber auch das innere Erleben, wie wir zu anderen in Kontakt treten und stehen.

Nichts kann uns so glücklich machen und erfüllen, wie die Beziehung zu vertrauten Menschen. Und nichts macht uns gleichzeitig so wütend und unglücklich als schlechte Erfahrungen mit ihnen. Das spüren wir besonders stark in Liebes- und Lebensbeziehungen. Partner sind uns deutlich näher und lösen innere Tretminen aus.

Die große Gefahr dabei: Echte Kontakt- und Beziehungsfähigkeit macht uns empfindsam und verletzlich.

Wenn wir uns in uns selbst sicher fühlen und unsere Grenzen achten, macht das keine Angst.

Auf diese Weise ist Beziehung eine große Bereicherung in unserem Leben. Wir fühlen uns geborgen und gleichzeitig frei.

Bindungsfähigkeit ist die Voraussetzung, eines unserer wichtigsten Bedürfnisse zu leben.

Wie wir diese Fähigkeit in unserem Leben erlernen, darüber schreibe ich im zweiten Teil dieser Artikel-Serie.

Was macht einen beziehungsängstlichen Menschen aus?

Beziehungsangst ist ein Nähe-Distanz Konflikt.

Dieser Konflikt zeigt sich gefühlsseitig in innerer Zerrissenheit und bei zu viel Nähe in einer Flucht- oder Abwehrreaktion.

Das andere Extrem ist Abhängigkeit von Nähe, bis hin zur überzogenen Eifersucht und Selbstaufgabe.

Ein beziehungsängstlicher Mensch lebt in einem unbewussten Hin- und her zwischen Nähe und Distanz.

Bindung bedeutet für diese Menschen Gefahr: die Gefahr von zuviel Nähe und Vereinnahmung; auf der anderen Seite Gefahr, die geliebte Person zu verlieren.

Nehmen wir Beziehungskonflikte als Beispiel: Für welchen Pol entscheidest du dich normalerweise bei dieser Art von Stress?

Schützt du eher deine Würde, gehst ins Alleinsein und wendest dich ab?

Ober bist du eher eine Kämpfernatur, die sich dafür einsetzt, die Beziehung zu erhalten? Vielleicht auch über die Würde hinaus?

Die meisten von uns kennen ihre persönlichen Tendenzen.

Und damit drückt sich auch unser Beziehungsmuster aus und die Art und Weise, wie wir uns in schwierigen Situationen kontrollieren.

Lass mich kurz die selbe Frage für unsere Protagonisten beantworten. Für welchen Pol entscheiden sie sich?

Sara steckt ihre wichtigen Bedürfnisse nach Nähe und Familie zurück und würde Jan nicht verlassen. Sie hofft, dass er sich ändert. Damit missachtet sie auch ihre persönlichen Wünsche und Grenzen zugunsten von Vermeidung von Schmerz.

Thomas lehnt Nähe ab. Vermutlich ebenfalls unbewusst. Seine Erfahrungen haben ihn überzeugt selbstbestimmt zu leben und seine Gefühle zu schützen. Deshalb glaubt er an die Lösung „Single-Dasein“. Thomas wird keine tiefer gehenden Gefühle zulassen.

Lisa inszeniert ebenfalls völlig unbewusst ein interessantes Spiel: Kaum entsteht Nähe, lässt sie eine kleine Bombe platzen. Sie bricht einen Streit vom Zaun oder verschafft sich Abstand durch Kritik. Dadurch verhindert sie, dass sie ebenfalls zu viel Nähe erlebt.

Allen ist gemeinsam, dass sie unbewusste Angst vor Beziehung haben. Die einen erreichen dies durch Kampf nach Nähe, die anderen eher, indem sie Distanz schaffen.

 

So erkennst du Bindungsangst

Alle diese Fälle wirken alltäglich und sind schwer nachzuvollziehen. Von den Beteiligten am wenigsten. Sehen wir uns die drei typischen Beziehungs-Typen näher an, um uns die versteckte Beziehungsangst bewusster zu machen.

 

Die aktiven Beziehungs-Vermeider

Alle bindungsängstlichen Menschen haben Angst vor Nähe. Dies geschieht aufgrund ihrer Erfahrungen und emotionalen Verletzungen. Sie haben sich auf die Seite der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit geschlagen. Beziehung wird von ihnen mit negativ besetzten Empfindungen erlebt: Anstrengend, gefährlich oder bedrohlich.

Aktive Flüchter sind rational überzeugte Singles und lenken sich durch alles mögliche ab. Sie pflegen eher oberflächliche Kontakte und gehen auf Abstand, sobald tiefere Intimität droht. Das erreicht er/sie durch aktive Strategien:

  • Sie flüchten: In den Job, Hobbies, in Fernbeziehungen, in Dreiecksbeziehungen oder in andere Argumente.
  • Sie sind häufig recht sachlich und rational in ihren Begründungen.
  • Sie sprechen ungern über tiefe persönliche Themen mit ihrem Partner indem sie es verweigern, verstummen oder auch sehr direkt und verletzend sind. Oft fehlt ihnen selbst innerliche Klarheit.
  • Sie sind wenig verbindlich und scheuen Verantwortung in einer Beziehung.
  • Sie blocken ab, und verbarrikadieren sich hinter ihrer „coolen“ Fassade.

Die passiven Beziehungs-Vermeider

Nicht immer ist der Drang nach Autonomie so offensichtlich. Beziehung oder Nähe lassen sich auch auf passivem Weg vermeiden:

  • Durch Kritik schaffen die Vermeider Distanz, sobald es zu nah wird.
  • Das gleiche Ziel kann durch Streit erreicht werden.
  • Sie fühlen sich alleine sicherer als in einer Beziehung.
  • Sie empfinden abweisende, nicht verfügbare und schwierige Partner als sehr anziehend, da hier keine Nähe entstehen kann.
  • Sie verharren lange in unglücklichen Beziehungen.
  • Sie können auch mit dem Partner distanziert nebeneinander her leben.

Der aktive und passive Modus in der Beziehung ziehen sich magisch an. Das ist ein oft aufreibendes Spiel um Nähe und Autonomie.

 

Die anklammernden Beziehungstypen

  • Sie spüren starke Verlustängste.
  • Sie gehen weit über ihre Grenzen und Würde hinaus.
  • Sie zeigen ihre Bedürfnisse wenig und kennen sie kaum.
  • Sie werden schnell eifersüchtig und kontrollieren.
  • Sie legen wenig Wert auf einen eigenen Lebensbereich.

Allen drei beziehungsängstlichen Typen fehlt es an einem gesunden Selbstwertgefühl.  Sie sind bemüht, das durch unterschiedliche Strategien zu kompensieren. Ihnen mangelt es an persönlicher Sicherheit und Vertrauen in Menschen und in sich selbst.

 

Fazit

Bindungsangst schafft eindeutig Probleme in der Partnerschaft.

Oder macht Menschen zu lebenslangen Singles.

Hohe emotionale Ausschläge, Dramen, Wiederholungen und unermüdliche Erklärungsversuche, die ein beziehungsängstlicher Mensch im Kontakt zeigt, sind eher ein Anzeichen für eine Bindungsangst.

Bindungsangst ist keine Krankheit. Jeder, der Interesse daran hat, seine Ängste zu verändern, kann das erfolgreich tun. Hierfür gibt es Kurse und Trainings. Niemand muss seiner Bindungsangst ausgeliefert sein.

Zuerst ist es jedoch wichtig, die eigenen Muster zu erkennen.

Menschen mit einem sicheren Bindungsstil können an Vermeider oder Klammerer geraten. Aus meiner Sicht ist das jedoch nur für begrenzte Zeit möglich. Solche Menschen bemerken schneller das Ungleichgewicht von zu starkem Freiheitsdrang oder zuviel Nähebedürfnis. Solche Beziehungen halten nicht lange. Menschen mit einem sicheren Bindungsstil möchten solche Verhaltenmuster nicht mehrere Male erleben. Sie ziehen rechtzeitig Konsequenzen und beenden solche Beziehungen.

Im zweiten Teil der Serie lernst  du die Ursachen kennen, warum Menschen Angst vor Nähe oder vor Verlust haben, und sich daher schützen.

Wir sehen uns die möglichen Lösungen für solche Situationen an. Bist du dabei?

 

Ich freue mich auf dich,

Deine Bea