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Psychologie, Buddismus und Karriere haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Disziplinen, bei denen sich Geschmäcker und Sichtweisen oft spalten.
Doch sie können sich auch befruchten. Zum Beispiel, wenn die Persönlichkeit oder psychische Themen im Job zum Problem werden. Wenn ein Mitarbeiter durch Überforderung ausfällt oder, weil man eine Ausschreibung mit dem geeigneten Kandidaten besetzen möchte.

Die allermeisten Probleme und Leiden, die sich auch im Beruf zeigen, entstehen durch ungesunde Verhaltensmuster. Dummerweise liegen die Wurzeln nicht auf der Hand und deshalb können wir auch nur schwer an ihnen arbeiten. 80% sind uns selbst gar nicht bewusst.(In diesem Beitrag spreche ich über einen Weg, der raushelfen kann.)

An dieser Stelle kommt das uralte Prinzip asiatischer Meditationstechniken ins Spiel. Achtsamkeit bietet dir eine wunderbare Möglichkeit, dich selbst zu erforschen und hinter die eigenen Muster leidvoller Situationen zu blicken.
In diesem Beitrag erfährst du, was ist dran an dem Hype „Achtsamkeit“ und welche Vorteile es bietet, Achtsamkeit im Büro und in deinem Alltag zu stärken. 

 

Achtsamkeit, was ist das?

Achtsamkeit ist Trend, ganz klar.
Was vor Jahrzehnten unsere natürliche Lebensweise war, wird heute durch fernöstliche Konzepte zurückerobert: durch elektronischen Detox, inneres Aussteigen und wie wir den aktuellen Moment wieder bewusster wahrnehmen lernen.

Die Idee stammt aus dem Buddismus, wo Achtsamkeit seit mehr als 2000 Jahren ein zentrales Konzept ist, wie auch bei Mediationen und Yoga – schätzt der stressgeplagte Bürger der westlichen Welt mehr und mehr die asiatischen Gebräuche in seinem hektischen Leben?

Um zu meditieren, braucht es Achtsamkeit, aber um achtsam zu sein, musst du nicht meditieren.

Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass „Achtsamkeit“ nicht ausreichend funktioniert, wenn man es wie eine Art Pille gegen Stress verschreibt.
Was ist dran an dem Lösungskonzept „Achtsamkeit gegen Stress“? Hier ein Überblick, was du gewinnst durch achtsames Leben.

 

 

Wofür ist Achtsamkeit gut?

Achtsamkeit unterstützt uns darin, wichtige Lebensfunktionen zu stärken und zu regenerieren.
Achtsamkeit ist zu verstehen wie ein mentales Training der Aufmerksamkeitssteuerung.
Dadurch lässt sich die Körperwahrnehmung verbessern, die Aufmerksamkeits- und die Emotionsregulation. Themen, die ursächlich zu Erschöpfung und ungesundem Verhalten führen.

Du lernst

  • bewusster zu reagieren und handeln,
  • deine Körperwahrnehmung zu verbessern und gesünder zu werden,
  • insgesamt dein Wohlbefinden zu verbessern,
  • deine Gefühle besser in den Griff zu bekommen,
  • aus Stress und angstbesetzten Situationen auszusteigen,
  • die Konzentration zu verbessern,
  • sowie deine Produktivität, deine Gedächtnis- und deine Intelligenzleistungen zu steigern.

Sicher gibt es weitere. Doch die wichtigste Funktion von Achtsamkeit liegt darin, wieder bei dir anzukommen und weniger reflexartig auf äußere Ereignisse zu reagieren.
Zu bemerken, was du willst, welche Bedürfnisse du hast oder, ob dich das glücklich macht, was du tust.
Damit hast du die Chance eine unbefriedigende Situation zu ändern und besser auf dich und deine Grenzen zu achten. Achtsamkeit führt nicht automatisch zu einem glücklicheren Leben; es unterstützt dich auf dem Weg dahin.

Mich überzeugen diese 9 Dinge, wo Achtsamkeit förderlich wirkt.

 

1. Achtsamkeit heilt FoMO

FoMO ( Fear of missing out) beschreibt den Druck, der sich aufbaut, aus Angst, etwas zu verpassen. Ein Schnäppchen, eine Antwort, ein Event. Oft wird der Begriff in Zusammenhang mit sozialen Medien beschrieben. Dort baut sich rasch ein Sog von Neugier auf. Wir wollen auf dem Laufenden bleiben und schauen, was die anderen so treiben – so sind wir nun einmal, wir Herdentierchen.

Und selbst, wenn du kein Follower bist, dann kennst du bestimmt auch die Qual der Wahl: welchen Handyvertrag, wohin in den Urlaub oder doch besser gelb?
Freiheit und Auswahl kann ermüden, besonders die, die nicht gerne entscheiden. Wahlmöglichkeiten sind Einladungen von außen und lösen innere Konflikte aus:

wo fange ich heute an?

Was lasse ich weg?

Wofür entscheide ich mich?

Oder hätte ich doch besser…?

Wir können nicht alle Einladungen annehmen, müssen verzichten und haben dabei im Hinterkopf, ob wir wohl richtig entschieden haben. Man kann Stunden seiner Lebenszeit damit vertun, Handytarife zu vergleichen, zurückzublicken und zu bedauern.

Achtsamkeit unterstützt, sich aus diesem Zwang zu befreien.
Indem du lernst zu akzeptieren, dass du immer nur begrenzt richtig entscheiden kannst und verpasste Gelegenheiten einfach ziehen lässt.

 

2. Achtsamkeit holt uns aus Überflutung und Informations-Overkill

Schrille Musik, viel Input und Informationen, hohes Tempo – ob am Arbeitsplatz oder auch im Privaten – können überfordern. Das Gehirn kann nur begrenzt auf Reize reagieren und filtert zu diesem Zweck. Ansonsten würden wir durchdrehen.

Reizüberflutung ist das Phänomen, wenn Betroffene zu viele Reize gleichzeitig aufnehmen und diese irgendwann nicht mehr gut verarbeitet werden können: ein „Cognitive Overload“. Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme und Fahrigkeit sind Hinweise, dass unser Betriebssystem überfrachtet ist. 

Auch durch häufiges Hin- und Herspringen, wie beim Multitasking, verbraucht dein Gehirn unfassbar Kraft und Energie.
Unser Gehirn funktioniert  ein bisschen wie ein Browser; öffnest du ein neues Fenster, bleibt das andere im Hintergrund. Es verarbeitet nacheinander (seriell) und nicht parallel.

Man sagt, eine Unterbrechung während einer komplexen Tätigkeit kostet dich ca. 20 Minuten, um zur ursprünglichen Aufgabe zurückzukehren. Beim Putzen der Fenster geht es rascher. Mit anderen Worten ausgedrückt: Wir können zwar mehrere Dinge auf einmal tun (zum Beispiel laufen und dabei essen), aber wir können uns nicht auf zwei komplexe Sachen gleichzeitig konzentrieren. Wir ermüden dann schneller, werden unkonzentriert und „zerstreut“.
Das kostet Zeit und Effizienz und produziert Fehler.

Das nehmen wir mittlerweile als normale Nebenerscheinung in Kauf.
Wenn aber Reize irgendwann nicht mehr gut gefiltert werden können, führt das zu ernsthaft körperlichen und psychischen Beschwerden – dem sogenannten  Sensory Overload – das können wir dann nicht mehr ignorieren.

Achtsamkeit hilft, aus diesem hoch sympatikutonen (erregten) Zustand heraus zu kommen und die innere Software immer mal wieder herunter zu fahren.  

 

3. Durch Achtsamkeit gewinnst du Einsichten über dich selbst 

Ob auf dem Land oder in der Stadt. Wir alle leben mit hoher Informationsdichte, mehr Verpflichtungen und Aufträgen, als diese objektiv zu bewältigen sind.

Das Problem entsteht, wenn wir uns schwer von ihnen abgrenzen können. Fühlen wir uns innerlich verpflichtet, allem gerecht zu werden, kann das zu einer Lebensfalle werden.
Rational betrachtet, klingt es leicht, nein zu sagen (hole dir hier meine Tipps für bessere Grenzen). Mit der Umsetzung ist es dann oft nicht so einfach. Hier funken tiefsitzende Motive dazwischen, warum du besser nicht ansprichst, was dich stört.

Achtsamkeit ist hilfreich, überhaupt zu bemerken, was deine Stolperfallen sind.
Warum fällt dir das eigentlich so schwer?
Welche Befürchtungen da sind, wenn gut gemeinte Kommunikations-Tipps nicht umsetzbar sind?

Das funktioniert nicht im Vorbeirasen. Fährst du mit 220 Sachen über die Autobahn, wirst du wenig von der Landschaft sehen, die sich dir bietet.
Achtsamkeit hilft, diese unbewussten Konflikte erlebbar zu machen, die deinen bewussten Zielen und Wünschen gegenüberstehen.

 

4. Achtsamkeit stärkt den Kontakt zu dir selbst

Charakteristisch für problematische Situationen ist, dass du aus deiner „Mitte fällst“, nicht mehr bei dir bist. „Ich bin außer mir!“ diese Aussage symbolisiert, dass du die Kontrolle über deine Reaktion oder Gefühle verloren hast. Es fühlt sich an, als überkommt dich ein Zwang, genauso zu reagieren, selbst wenn du weißt, dass das objektiv unsinnig ist.

Achtsamkeit bietet einen Schutzraum, den man nur für sich hat. Wo man inneres Wachstum betreiben, sich zurückziehen und sich besinnen kann. Viele Menschen sind funktionalisiert, wie ein Rädchen im Getriebe des Arbeitgebers oder der Familie. Sie unterscheiden nicht mehr zwischen „müssen“ und „wollen“, weil sie das Gefühl für sich selbst verloren haben.

Achtsamkeit hilft, die Kontrolle zurück zu erobern und zu erforschen, was du wirklich willst.

 

5. Achtsamkeit verschafft dir Luft

Zum Beispiel zu einem vorherrschenden Problem oder zu einem unangenehmen Gefühl.
Hast du schon gemerkt? Erstaunlicherweise können wir ja bei Problemen eines Freundes oder unserem Partner oft ganz gut unterstützen. Wir hören ihm zu, fragen nach, machen uns ein Bild von der Gesamtsituation. All das ist möglich, weil es nicht unser Problem ist. Wir haben Abstand zu dem Thema und können aus dieser Distanz heraus klarer sehen.

Achtsamkeit schafft Distanz zu einem Problem, indem du zum Beobachter deiner selbst wirst. Dadurch gewinnst du an Objektivität, reagierst weniger emotional oder bewertend.
Es macht einen großen Unterschied, ob du mitten in deiner Gedanken- und Gefühlswelt sitzt oder, ob es dir gelingt, ihnen lediglich zuzuschauen.
Diese Fähigkeit nennt man den inneren Beobachter oder auch das Beobachter-Ich. Das ist eine Fähigkeit, die alle meine Kunden spielerisch leicht einsetzen können. 

 

6. Achtsamkeit befreit dich von Druck

Manchmal sind es nicht die äußeren Ereignisse, die uns Druck machen. Wir machen ihn uns manchmal selbst.
Weil wir einen hohen Anspruch haben oder das grundlegende Gefühl, nicht gut zu sein. Doch wie ändert man das so einfach?

So verständlich dein Wunsch ist, die Dinge etwas gelassener zu sehen, kann dich Zielstrebigkeit noch mehr unter Druck setzen. Der Wunsch zur Veränderung wird zum Zwang und treibt die Perfektionsliste weiter in die Höhe. Was du gewinnst, ist eher mehr desgleichen und irgendwann Frust.
Motiviert und stärkt dich das? Leider oftmals das Gegenteil.

Wie schaffst du es, dich zu entwickeln ohne gleichzeitig Druck aufzubauen?
Durch Beobachten.
Beobachten erzeugt keinen Druck. Du schaust nur zu. Du bewertest nicht oder musst handeln und reagieren. Beobachten ist nicht Passivität, sondern schenkt dir Gelegenheit zu lernen – wie ein Muskel reagiert deine Beobachtung mit Wachstum.

Achtsames Beobachten schenkt dir völlige Freiheit, wann und ob du handeln musst.

 

7. Achtsamkeit stärkt dein gegenwärtiges Erleben

Ängste und negative Gefühle beziehen Ihre Kraft meist aus der Erinnerung an etwas, das bereits geschehen (und damit nicht mehr veränderbar ist). Oder durch ein mögliches Szenario in der Zukunft. Diese Gedanken sind pure Vermutung, keine Fakten oder Tatsachen. Wir wissen in den meisten Fällen nicht, was morgen ist. Und, wenn du mal ehrlich bist, kommt es oft ganz anders.

Konzentrierst du dich dagegen auf die Gegenwart, reduzierst du die emotionale Wucht von solchen Gedanken und damit verbundenen Gefühlen.
Im Jetzt ist es wie es ist. Das Jetzt ist die Zeiteinheit, in der sich dein Körper und die Realität wiederfindet. Nur da ist Veränderung also möglich.

Nur in diesem Moment ist eine Veränderung möglich – und in diesem – und in diesem….

Der Kopf dagegen spukt die meiste Zeit seines Lebens in anderen Zeitzonen umher: in der Zukunft oder der Vergangenheit. In diesen Zeitzonen ist Veränderung aber nicht möglich. 

Der Moment, in dem Kopf und Körper eine zeitliche Einheit bilden, nutzen alle Entspannungsmethoden und Meditationsformen. So lernst du, dich mehr auf das zu fokussieren und stärker zu erleben, was tatsächlich ist. Und damit auch veränderbar.

Du siehst klarer, riechst intensiver, hörst genauer – es stärkt dein inneres Erleben und die Fähigkeit auszudifferenzieren.
Und das klappt auch gut ohne Lotussitz.

 

8. Achtsamkeit fördert deine Akzeptanz

Im Leben ist es oft notwendig, zwischen dem zu unterscheiden, was du verändern kannst und Dingen, die akzeptiert werden müssen (z. B. Gedanken und Gefühle).
Das Wetter können wir nicht ändern, aber sehr wohl, was du trotz Regen machen kannst. Das entscheidest nur du.
Du kannst zu Hause bleiben oder einen Regenschirm nehmen.

Unabänderliche Dinge, wie z.B. die Vergangenheit oder wie auch Kollegen reagieren, können wir leider nur sehr begrenz verändern.
Doch auch da hast du Einfluss, wann du innerlich loslässt und dich angenehmen Dingen zuwendest.

Achtsamkeit hilft dir dabei, Chancen zu erkennen und dein Denken neu zu formen.
Raus aus einem entweder (muss ich mich weiter von der Kollegin runtermachen lassen) – oder (ich verlasse die Abteilung) – denken hin zu einem sowohl – als – auch-denken: ich habe eine unangenehme Kollegin und ich lasse mir von ihr nicht alles gefallen.
So findest du mehr und mehr Frieden, mit dem, was ist und findest Chancen.

 

9. Achtsamkeit hilft dir, dich besser abzugrenzen

Du bist nicht Opfer deines Verhaltens und deiner Reaktion. Du musst nicht zwanghaft das tun, was dein gewohntes Verhalten, der Autopilot, dir als besten oder schnellen Weg vorschlägt.

3 Sekunden reichen aus, um uns von unserem Autopiloten zu lösen, um für einen Moment inne zu halten und neu zu entscheiden. Unsere automatischen Reaktionen führen zu automatischen, immer gleichen Reaktionen.

3 Sekunden Achtsamkeit helfen dir „innerlich raus zu sein“, um dich davon abzugrenzen.

Zeigen sich in deinem beruflichen, als auch privaten Alltag Überforderung und Belastungen, ist Achtsamkeit ein Weg, hinter ungesunde Verhaltensweisen zu blicken. Vermutlich lösen sie sich nicht ganz auf.
Doch Achtsamkeit schafft Linderung. So gesehen, ist Achtsamkeit kein Rezept gegen Stress und Erschöpfung, sondern fördert die Fähigkeit, stärker zu sein und selbstbestimmter zu leben.

Einige Probleme lassen sich auch nicht durch Achtsamkeit lösen. Welche das sind und welche Grenzen wir erkennen sollten – darum geht es im nächsten Artikel. 

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