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Wir Eltern sind schon ein komisches Völkchen.

Wenn du eine Mutter oder Vater fragst, wie es ihr/ihm geht, bekommst du eine sehr überschaubare Bandbreite von Antworten: “ Gut“, „ok“, „naja“, „….der ganz normale Wahnsinn“. So wirklich erfahren tust du aber nichts über sie.

Warum ist das so?

Nun, zum einen sind sich die allermeisten unter uns nur wenig bewußt, wie es ihnen selbst wirklich geht. Oder stellen wir uns aufrichtig diese Frage?

Selbst, wenn in deinem Kopf das Gedankenkarusell längst das Oberwasser hat, Wutausbrüche sich mehren, die erste Angst-Attacke uns überkommt und Verspannung und Kopfschmerzen zum Alltag gehören – irgendwie nehmen wir das hin, als sei das völlig normal. Der Alltag absorbiert uns und wir rennen weiter, wie auf der Suche nach dem heiligen Gral. Es geht um „funktionieren“, um „to-do-Listen“, da bleibt keine Zeit sich eine Besinnungspause einzuräumen. Auch, wenn der Körper uns schon deutliche Anzeichen sendet, oder auch unsere persönliche Stimmung. Ganz egal, wir denken, es wird schon gut gehen.

Vielleicht haben wir es auch nie gelernt, diese Zeichen zu nutzen.

Zum anderen aber sind wir Eltern tapfer.

Und darin sind wir ziemlich gut: wir lächeln dem unfreundlichen Chef entgegen, rennen zur Schule, um die Kohlen für unseren Teenager aus dem Feuer zu holen, managen den Alltag. Als Eltern gilt es einen Ruf zu verteidigen. Umso mehr werden die negativen Gefühle in Schach gehalten. Dass wir auch Angst haben, uns unsicher fühlen, uns vielleicht schämen. Das ist ein riesengroßes Tabu-Thema für Mütter und Väter. Jeder verhüllt es auf seine Weise- wir sind einfach tapfer.

Und trotzdem lasse ich nicht locker und suche nach Antworten: Wie geht es anderen Eltern? Was brauchen sie, um den vielen Rollen gerecht zu werden, und wohlmöglich auch noch zufrieden zu leben? Immerhin hängt sehr vieles davon ab. Nicht zuletzt auch, wie es dem Kind geht.

Das Kind ist es, was Eltern heute ganz besonders am Herzen liegt. Der Ansatz ist hoch anzurechnen, aber es fehlt etwas sehr Entscheidendes: Wie kannst du ein stabiles Haus erbauen, wenn der Boden darunter die Last nicht dauerhaft tragen kann?

Wie gesagt, wir Eltern sind schon ein komisches Völkchen.

Also habe ich mich hier auf die Suche nach Antworten auf diese wichtige Frage gemacht. Und ich habe einige gefunden.

 

 

„Eltern unter Druck“- SINUS Akademie

Die umfangreichste Befragung wurde durch die Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt. Die Lebenssituation der Eltern wird dabei nach den sogn. Sinus-Milieus  unterschieden. Ein „Milieu“ unterscheidet sich bzgl. der Lebensauffassung, Einstellung und dem Familienziel.

 

Sinus-Milieus

Die wichtigsten Botschaften

  1. Alle befragten Eltern waren dankbar und erleichtert, ohne Bewertungs- und Erfolgsdruck frei von der Seele reden zu können, wie es ihnen wirklich geht.
  2. Das Haupt-Augenmerk der Gesellschaft liegt nicht auf den Eltern, sondern auf dem Kind- offensichtlich werden sie daran gemessen.
  3. Alle erleben einen deutlichen Druck- innerlich, wie auch äußerlich. Er besteht aus Zeit-, Organisations- und Leistungszwängen, die sie subjektiv erleben.
  4. Elternschaft ist in vielen (Sinus-) Gruppierungen nicht Normalität, sondern geplant, durchdacht und nach persönlich klaren Vorstellungen geführt.
  5. Eltern pflegen eine ungeprüfte Erwartung an sich und ihre Pflichterfüllung. Mit dieser Vorstellung stecken sie in einem Dilemma, was in eine persönliche Sackgasse führen kann.
  6. Berufliche Erwartungen und der Anspruch an die Elternrolle sind kaum realistisch zu bewältigen.
  7. Sie haben das Gefühl bei ihren Kindern alles richtig machen zu müssen und sind hoch verunsichert bei negativen Erfahrungen; Elternschaft kommt einer Qualitfikation gleich.
  8. Der Umfang an Ratgeberliteratur und Selbstmanagement-Strategien verschafft eher den Anschein von „optimieren müssen“, anstatt eigener Persönlichkeit und innerer Stärke.

 

Die gute Mutter, der richtige Vater

  • Deutschland spaltet sich in parallel verlaufende Kinderwelten: die „Guten“ und die „Bösen“. Auch der „richtige“ Umgang des Kindes erfordert Zeit und Kontrolle. Er entwickelt sich kaum spontan und aus dem Alltag, sondern wird gut gesteuert.
  • Die deutsche Vorstellung der „guten Mutter“, die sich ausschließlich auf das Kind ausrichtet, ist noch immer tief verankert- es findet sich in Milieu-Gruppen, die 2/3 der Mütter ausmacht; höher qualifizierte, auch sehr engagierte Mütter befinden sich in einem ständigen Rollen-Konflikt.
  • Auch Väter sind stark verunsichert: Im Beruf beansprucht, und doch ein perfekter Vater sein zu wollen, stellt eine persönliche Zwickmühle dar, für die weder Kraft noch Zeit ausreicht.
  • Die „bürgerliche Mitte“ kämpft besonders um ihren Status: Nach unten möchte man sich abgrenzen und „von oberen“ Milieus akzeptiert sein, das kostet Kraft und Arbeit.

 

 

 

Elterntelefon- die Nummer gegen Kummer

Wie entlastend es für Eltern sein kann, über persönliche Sorgen zu sprechen, zeigt nicht nur die spontane Aussage aus der Sinus-Umfrage. Täglich kommen Anrufe bei der organisation „Nummer-gegen-Kummer“ an, die als erste Anlaufstation kostenfrei für Eltern, Kinder und Jugendliche zur Verfügung steht.

Welche Gründe stehen hier an erster Stelle?

Ganz ehrlich, ich dachte, es seien eindeutig Probleme mit dem Kind, oder den Finanzen. Aber da hatte ich mich geirrt:

Mit über 68% war der Themenbereich beim Elterntelefon „Probleme mit der eigenen Situation“.

In der Einzelbetrachtung, war am häufigsten genannt, dass sich Eltern hilflos und überlastet fühlen.

 

Auch die uns allen bekannte Eltern-Zeitschrift hat sich mit der Frage befasst, worunter Eltern leiden. Was sind ihre offensichtlichen Probleme?

 

 

 

Ergebnisse der Forsa-Studie

In dieser Umfrage, stand vor allem der persönlich empfundene Druck im Fokus. Als Hauptproblem nennen vor allem Mütter ihren hohen Anspruch an sich selbst, der sie nachts nicht schlafen lässt. Sie wollen perfekt sein, zumindest dem sehr nahe kommen. Die Top 2 Druck-Macher -Themen sind:

  • Die eigenen Ansprüche
  • Die gesellschaftlichen Normen

Aber der innere Druck-Macher „Mach es perfekt!“, hat auch einen Bruder. Der besteht im Erleben von chronischem Zeitmangel; das sagten 62%.

Wichtig finde ich auch die Wahrnehmung der Kinder dazu: 92% der befragten Kinder finden ihr Eltern , die Besten, die sie sich vorstellen können!

Ist das nicht endlich ein Grund sich zu entspannen? Schön, wenn es so leicht wäre……

 

 

 

Mein Fazit: Der Stress kommt vor allem von innen

Warum sind all diese Eindrücke so wichtig?

Nun, alleine die Tatsache, dass Mütter wie Väter oft maximal als Erziehungs-Experten im Fokus stehen, finde ich schlicht und ergreifend gefährlich. Zumindest für ihre Gesundheit. Denn sowohl für ihre Erwerbsfähigkeit, aber auch als Lebensvorbild brauchen Eltern eine stabile und gesunde Persönlichkeit. Sie brauchen Lösungen, wie sie mit ihren  (vor allem inneren) Ansprüchen und belastenden Situationen umgehen können, ohne dabei zu verschleißen. Lernen, wie sie auch schwere Zeiten wirksam bewältigen können. Um ihr Leben leichter und zufriedener zu gestalten.

Wird diese Energie dafür bereits im normalen Alltag aufgebraucht, haben Angst- und Panikerkrankungen, Erschöpfung bis Burnout und depressive Symptome ein deutlich leichteres Spiel. So sieht es auch der Gesundheitsreport der DAK; betroffen sind vor allem Menschen über den 40ern.

Offensichtlich ist das der Preis.

Wie wichtig stabile Eltern bei der Lösung von Problemen mit Kindern /Jugendlichen sind, drückt eine Kinder- und Jugendtherapeutin folgendermaßen aus:

„….In meiner Praxis bemerke ich immer wieder, dass die Kinder mit ihren Störungen für die Eltern das Problem darstellen, aber dieses von den Eltern herrührt. Wenn ich dann das ABC- Modell bei den Eltern anwende, wow, da kann man einiges sehr effizient klären und bewirken.…..“

Merkst du, wie stark die Wechsel- Wirkung zwischen Eltern und Kind ist?

 

 

Mein Wunsch für uns Eltern

Offensichtlich stehen sehr viele Mütter und Väter vor ganz ähnlichen Themen- du bist also gar nicht alleine. Auch, wenn das vielleicht im Moment bei dir so ankommt, weil keiner offen darüber spricht. Wahrscheinlich ist für solche Themen auch nicht jeder aus deinem Umfeld ein geeigneter Gesprächspartner.  Und nicht jeder muss dir da auch reinreden. Du brauchst jetzt ein wertungsfreies und offenes Gegenüber, vor dem du dich traust, dich zu öffnen. Ohne Konkurrenz- oder Schamgefühle. Das hast du alles bereits genug.

Wenn eine Mutter / Vater spürt, an seine persönliche Belastungsgrenze zu kommen, ist das ein gesundes Zeichen von guter Selbstwahrnehmung. Und keine Schwäche. Diese Grenzen sind genau dein Wegweiser. Dein Wegweiser, dich für andere Perspektiven zu öffnen und neue Lösungen zu entdecken.

Woran bemerkst du selbst deine Belastungsgrenze? Grübelst du nachts vor dich hin oder schmeißt du eher mit Tellern? Verrate es mir, gleich hier in den Kommentaren.

Nur Mut!

Deine Bea