Gratis-Online-Kurs: Stärke dich in schwierigen Zeiten zum Gratis Online-Kurs

Es ist doch immer was!

Die pubertierende Tochter bringt dich noch um den Verstand.

Dein Chef scheint nie zufrieden zu sein. Du musst schon wieder länger im Büro sein, als gedacht.

Deine beste Freundin erhält die Nachricht, schwer erkrankt zu sein.

Du musst einen Vortrag halten und hast schreckliches Lampenfieber.

Du stehst mal wieder im Stau auf der Autobahn

Dein Kind kommt in der Schule nicht mit.

Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

All das sind Probleme. Sie können sich auf Menschen, Verhaltensweisen, Gefühle oder Tatsachen beziehen.

Nun höre ich dich sagen: “ Naja, das sind doch alles wirklich keine Probleme. „Das ist ja lächerlich!“

Wirklich?

Verhalten und Bezugspersonen = Probleme?

Unser Umfeld und unsere Mitmenschen haben große Auswirkungen auf uns. Je nach Kontext kann unser Verhalten zu einem Problem werden.

Beleuchten wir ein einfaches Beispiel: Klara ist ein ruhiges fast schüchternes Mädchen. Sie verbringt ihre Zeit am liebsten damit, im Zimmer etwas in Ruhe zu basteln oder zu malen. dabei vergisst sie Zeit und Raum und geht völlig in diese Beschäftigungen auf. Klaras Mutter ist gerührt, wie ihre Tochter sich intensiv beschäftigen kann, und mit wieviel Feinarbeit sie richtige kleine Kunstwerke zaubert.

Klara legt diese Hingabe fürs Detail auch im Unterricht an den Tag. Allerdings bekommt sie hier weniger Lob, als vielmehr Schwierigkeiten rechtzeitig fertig zu sein. Schnell gerät sie an ihre zeitlichen Grenzen und schafft es kaum, die Schreibarbeiten in einer „angemessenen“ Zeit fertig zu stellen.

Klaras Situation beginnt in diesem Umfeld zu einem Problem zu werden:

  • Die Lehrerin kann das Tempo des Unterrichts nicht individuell ausrichten.
  • Die Mitschüler müssen warten.
  • Ihre Mutter fühlt sich gezwungen, sie mehr anzutreiben und wird ungeduldiger.
  • Für Klara selbst, die bemerkt, dass sie immer die Letzte ist und immer öfter denkt, dass sie es nicht schafft.

Das Problem ist voll im Gange. Wie die Situation weiter verläuft und vielleicht auch gelöst wird, hängt von vielen Komponenten ab.

Aber betrachten wir zunächst, was eine Situation eigentlich zu einem Problem macht.

1. SOLL und IST treffen nicht zusammen= Problemerleben

Es sollte etwas sein, aber es ist nicht so.

Eine Situation kann uns frustrieren, lähmen, wütend oder traurig machen.Dennoch sie ist gerade unsere Wirklichkeit. Wir möchten andere Gefühle verspüren und positive Erlebnisse haben. Realität und Wunsch klaffen in diesem Moment auseinander. Es gibt nur bedingt Möglichkeiten, die Realität zu ändern. Manchmal ist es auch eine harte Tatsache, an der wir gar nichts ändern können.

Klara ist langsamer in der Bearbeitung ihrer Aufgaben, als es in der Schule erforderlich ist. Das ist die Realitiät. Klaras Mutter wünscht sich vermutlich, wie alle Mütter, dass ihre Tochter ohne Schwierigkeiten dem Unterricht folgen kann. Die Lehrerin hat eine Soll-Erfüllung beim Klassenziel und wünscht sich, dieses Ziel zu erreichen.

Jeder Beteiligte wird auf Klaras Verhalten unterschiedlich reagieren.

Klaras Beispiel zeigt auf, dass wir als Betroffene nicht die Realität, also die Tatsachen verändern können, wie beispielsweise das Wetter, den IQ deines Kindes oder die Reaktion eines anderen, richtig.

Aber wir können verändern, wie wir auf die Situation reagieren!

2. Was unsere Bewertung mit unserem Problem macht

Probleme bekommen Ihre Schärfe dadurch, wie wir sie wahrnehmen.

Wahrnehmung ist ein Prozess, der für jeden individuell ausfällt. Eine unangenehme Situation wahrzunehmen, löst bei jedem Menschen persönliche und unterschiedliche Reaktion hervor. Gelassen werden wir reagieren, wenn das Thema für uns nicht bedrohlich ist. Wenn es unser Leben nicht entscheidend anders macht. Haben wir zusätzlich das Zutrauen in uns oder in den Betroffenen, werden wir gelassen bleiben.

Erlebst wir aber den Zustand als bedrohlich, hat das entscheidende Bedeutung in unserem Leben. Dann ist ein wichtiger Wert in Gefahr. Wir sehen uns dieser „Gefahr“ hilflos ausgeliefert. Wir bekommen deshalb Stress. Das Karussell im Kopf beginnt, und wir befinden uns im akuten Stress-Zustand. Das erklärt auch, warum wir in diesem emotionalen (Stress-) Zustand keine klare Lösung sehen können. Unser Nervensystem schaltet auf den animalischen Zustand „Überleben“.

Die Reaktion von Klaras Mutter hängt von ihrer Wahrnehmung der Situation ab:

  • Wie wichtig ist ihr die Klaras schulische Leistung? Wie wichtig ist der Wert Leistung?
  • Wie viel Geduld und Wissen steht ihr zur Verfügung, sich auf Klara gut einzustellen und ihr Mut und Stärke zu geben: Wie kann ich meine Tochter konstruktiv unterstützen und an sie glauben?
  • wie stark sie setzt sie sich selbst unter Druck, diese Situation zu regeln? Und dadurch angespannt oder verunsichert ist.

Woher kommen diese gemeinen Gefühle, wie Angst, Hilflosigkeit oder Wut?

3. Wie unsere Gedanken unser Problem lenken

Jedem unserer Gefühle und jeder unserer Handlungen geht ein Gedanke voraus.

Denken wir an Klaras Mutter. Ihr könnten wegen der neuen Situation als erste Möglichkeit zuversichtliche Gedanken durch den Kopf schießen: „Das ist jetzt eben so. Wir versuchen das Beste daraus zu machen. Klara wird zwar oft nicht fertig und verschwendet zu viel Zeit mit ihrer Sorgfalt, aber mit der Zeit und einem guten Training wird sie sich verbessern. Jedes Kind ist anders und Klara hat andere Stärken, die ihr sicher auch in der Schule zugute kommen.“

Oder als zweite Möglichkeit negativer Gedanken wie diese: „Wird Klara das jemals schaffen? Wie soll das denn gehen, ohne dass wir nun jeden Tag üben müssen? Wenn das so weiter geht, dann wird sie nie gut in der Schule sein und später kein Job finden.“

Dieses Gedanken-Szenario zeigt gut, was deine Denkspirale mit uns anstellen kann.

Die gleiche Situation kann völlig unterschiedliche Gefühle in uns auslösen. Und in jedem Zustand werden wir anders handeln. Wir werden entweder etwas Anderes sagen, anders atmen, eine andere Körperstellung einnehmen, andere Selbstgespräche führen, vielleicht inneren Druck spüren, schneller oder lauter reden. Und die gesamte Situation wird einen unterschiedlichen Verlauf haben.

Was kannst du nun tun, wenn du dich dabei ertappst, dass du in diese zweite, negative Spirale eintauchst?

Achtsamkeit: Nimm das wahr, was gerade passiert

Wenigen Menschen ist wirklich bewusst, was sie gerade denken. Wir machen es ganz automatisch, den ganzen Tag. ES denkt den ganzen Tag in uns. Am Tag sind es ca. 50.000 Gedanken, die durch unseren Kopf sausen.

Wie viele davon sind uns wirklich bewusst?

Wenn wir unsere  Gedanken auf die Schliche kommen wollen, beginnen wir am besten damit, sie einfach nur wahrzunehmen. In jeder Entspannungs-Übung wie im Yoga oder Meditationen geht es darum, die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen. Damit werden wir automatisch ruhige. Manche Menschen erleben diesen Zustand auch beim Sport oder beim Ausüben einer Tätigkeit, der sie sich voll und ganz widmen. Sie sind im Hier und Jetzt und nicht mehr in ihrem unbewussten „Gedankenkarussell“. Entspannung tritt ein, und wir fühlen uns wohl.

Ein wichtiger Punkt hierbei ist: Wahrnehmen bedeutet nicht handeln !

Wir wollen die Situation für den Moment nur einmal wahrnehmen und sie beobachten.

Durch diese Wahrnehmungs-Übung unterbrechen wir unsere roboterhaften Reaktionen. Das gibt uns Zeit, uns dann für eine neue Reaktion entscheiden zu können. Wir können uns langfristig für einen neuen Weg entscheiden.

Zwei Sekunden ganz bewusst nicht zu reagieren und eine Pause zwischen dem Gedanken und der Reaktion einzuräumen, gibt uns die Freiheit, bewusst zu handeln.

Das passiert nicht in 1-2 Tagen, aber es ist eine lohnenswerte Übung, wenn Du die Dinge verändern willst.

 

Behandele deine Emotionen wie Kinder

Kinder wollen merken, dass sie willkommen sind. Ansonsten machen sie auf unangenehme Weise auf sich aufmerksam. Ähnlich verhält es sich mit deinen Gefühlen. Indem wir lernen, sie einfach nur da-sein zu lassen, müssen sie nicht eskalieren.

Kindern muss man auch Grenzen setzen, auf wohlwollende Weise. Eine kleine Auszeit, eine Wutecke, Zeit, um traurig zu sein. Nicht 20 Stunden am Tag. Kinder müssen und sollten nicht unseren Tag beherrschen, immerhin sind wir die Erwachsenen, die den Überblick behalten.

Das Beispiel bedeutet konkret: Widme deinen Problemen nur begrenzt Zeit am Tag. Rede nicht dauerhaft und immer wieder darüber, ohne auf eine Veränderung hinzuarbeiten. Das kostet nicht nur dich nur unendlich viel Energie, sondern auch deinem Umfeld. Es gibt sicher noch andere, positive Dinge in deinem Alltag, als das vorliegende Problem?

 

Anleitung zur Problemlösung

Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen.

Franz von Assisi

Wenn du deine Wahrnehmung geschult hast, und dir darüber klar bist, was du verändern willst, gibt es hier einige Überlegungen, die dich begleiten, um neue Wege zu finden:

  • Werde dir bewusst, wann du roboterhaft  in deinem Problemmuster reagierst.
  • Nimm dies für ein paar Momente bewusst wahr.
  • Beginne zu bemerken, welche Gedanken dich dahin treiben. Sind diese förderlich, tragen sie wirklich zu einer Verbesserung bei?
  • Welche Einstellung wäre für dich „gesünder“?
  • Was müsstest du dann in deinem Leben „aufgeben“: Welche Rolle, welchen Wert?
  • Welche Eigenschaften und Informationen bräuchtest du, um dein Problem auch zu lösen?
  • Woher könntest du diese bekommen?
  • Was hat dich bisher davon abgehalten?
  • Setze deinem Problemdenken aktiv positive Dinge entgegen, grenze es ein!

Du siehst, noch bevor es um aktive Lösungsversuche geht, braucht es oft andere Fragen (und  neue Antworten).

Fragen regen dein Unterbewusstsein an, Lösungen zu suchen. Stelle dir die besten Fragen!

“ Was haben z.B. andere getan, um ein ähnliches Problem zu lösen?“

Du möchtest mich etwas fragen? Gerne, ich freue mich auf deine Fragen, hier oder per Mail oder hier in den Kommentaren.

Ich würde mich freuen, wenn du für diese Schritte ausprobierst. Was sind deine Erfahrungen?