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Eine sehr effektive Methode, sich selbst unglücklich zu machen, ist es, keine neuen Wege zu suchen.

Wenn du also ein Problem feststellst und etliche Lösungen ausprobiert hast, die nicht funktioniert haben, dann probiere keine weiteren. So machst du es nur noch verbissener- schlechte Laune und Misserfolg sind so garantiert.
(Aus „Anleitung zum Unglücklichsein“).

Paul Watzlawick gibt in diesem Bestseller etliche Anleitungen, wie wir unser Leben richtig versauen können.
Das klingt natürlich ironisch, dennoch findet man tatsächlich Parallelen zum wahren Leben.

Eine Gelegenheit, sich unglücklich zu machen, findet man in jedem Fall im Reich seiner Gedanken.
Da keimen Gedankengänge, die keinem Beweis Stand halten und dennoch halten wir ein Leben lang an ihnen fest.

Ich nenne sie Denkfehler – Die Klassiker unter Ihnen, kannst du hier nachlesen.

Um eine tiefe Niedergeschlagenheit zu erzeugen, muss man erst einmal in ein Muster negativer Gedanken fallen.
Haben sich diese erst einmal in Gang gesetzt, breiten sie sich wie ein Buschfeuer in unserem Kopf aus. Was immer ihnen entgegengesetzt wird, geht in Flammen auf.

Auch das zeigt uns die „Anleitung zum Unglücklichsein“.

Wir sollten diesen Denkmustern irgendwie entfliehen.
Indem wir cleverer sind als sie.

Heute biete ich dir eine Vorgehensweise aus drei Schritten an, wie es dir gelingt, negative Gedanken zu verändern und Watzlawick vom Gegenteil zu überzeugen. 

 

 

Wie wir eingefahrenen Denkmustern entkommen

Ist es überhaupt möglich seine negativen Gedanken zu verändern?

Und wenn ja, welche Voraussetzungen sind dafür notwendig?

 

 

Mit unseren Gedanken ist es so, als stecken wir in einem Teufelskreis:

Jeder von uns macht in seinem Leben Erfahrungen und zieht daraus Rückschlüsse, also Lernerfahrungen.
Wir gewinnen Überzeugungen über uns selbst und über die Welt da draußen. Das passiert ganz automatisch und unbewusst.
Sind diese Erfahrungen mit starken Emotionen geladen oder dauern ähnliche Erfahrungen über einen längeren Zeitraum an, liegt eine sogenannte Prägung vor.
Manche Autoren nennen diesen Prozess auch „Programmierungen“.

Programmierungen lassen sich gut mit dem Aufbau einer Google-Suchmaschine vergleichen: Wenn wir in Google nach einem bestimmten Thema suchen, schlägt uns der Browser immer wieder ähnliche Pfade vor.
Der Algorithmus erkennt das Interesse und greift auf ähnlich verwandte Begriffe und Antworten zurück.

Vergleichbar funktioniert unser Gehirn.
Wir denken in einem erlernten Rahmen, aus dem wir nur schwer entfliehen können. Als seien wir in einer Art Gedanken-Algorithmus gefangen.

So produzieren negative Gedanken schlechte Gefühle, ohne dass wir neue Ideen hinzufügen und dadurch in Frage stellen.
Als seien es absolute Wahrheiten.

Wie können wir dieser Musterbildung unseres Gehirns entkommen und somit freier im Denken werden

 

 

1. Schritt: Negative Muster erkennen 

Wir Menschen haben Glück: anders als Tiere verfügen wir über die Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln.
Dieser Wechsel erlaubt es uns,  aus verschiedenen Blickwinkeln beobachten zu können.
Das Tier kann das nicht.

Die Beobachter-Perspektive ist so etwas wie eine Meta-Ebene.
Von da aus erkennen wir, dass wir Gefühle und Gedanken haben, sie aber nicht gleichzeitig sind.

Ich bin eine Frau, die manchmal an etwas Beängstigendes denkt und sich somit ängstlich fühlt.
Im nächsten Moment denke ich wieder an etwas ganz anderes.
Ich bin also weit mehr als der eine Gedanke und das ängstliche Gefühl. Ich habe nur in bestimmten Situationen Angst.
Und diese Situationen kann ich beobachten und somit benennen.

Das ist der Beobachter.

 

1987 zeigte der amerikanische Psychiater Jeffrey Schwarz in einer Gruppentherapie mit Zwangspatienten, dass ihr Krankheitsbild abschwächte, in dem sie ihre Zwangs-Gedanken beobachten lernten.
Sie sollten lernen, die Inhalte ihrer Gedanken nur zu beobachten, ohne darauf zu reagieren.

Schon nach einer Woche des Übens bemerkten die Probanten, dass ihre Gedanken nicht mehr so viel Macht über sie hatten.

Demzufolge kann das simple Beobachten helfen, die „fehlerhafte“ Chemie in einem bestimmten Gehirnbereich systematisch zu beeinflussen und dauerhaft zu verändern. 

Wir können durch Beobachten unser Denken verändern.

 

 

2. Schritt: Unterbrich den Gedanken und folge ihm nicht  

Die Gruppe um J. Schwarz übte sich zum einen darin, ihre Gedanken zu beobachten. Gleichzeitig auch darin, ihren Stand zu halten.
Sie sollten auf ihre Gedanken nicht reagieren, so wie es zwanghaft vorher taten.

Das Nicht-reagieren ist für einen zwanghaften Mensch eine unglaubliche Herausforderung.
Doch sie haben es geschafft.
Nach täglichem Üben, fiel ihnen die Praxis zunehmend leichter. Mehr und mehr lernten sie die Vorboten wahrnehmen, so dass sie frühzeitig eingreifen konnten.
Ergriffen sie diesen frühzeitigen Moment, in dem sich ein zwanghafter Gedanke anschlich, erkannten sie die Gefahr.

Sich selbst mit seinen Gedanken beobachten zu können und gleichzeitig nicht auf sie einzugehen, ist die Kunst und das Geheimnis zugleich. 

Damit knackst du den Code, der dich aus dem Autopiloten befreit. Der Autopilot führt dich in den Teufelskreis, aus dem du keinen Ausweg findest.
Immerhin kämpfst du hier gegen einen starken verankerten biologischen Mechanismus an:
gegen die Autobahnen in unserem Gehirn, gegen eingesessene Synapsen-Bahnen.

Neurons that fire together wire together “ und das geht rasend schnell. Schneller, als du denken kannst.

Also, denke über diesen Schritt bitte nicht nach- zieh die Notbremse und unterbrich deinen negativen Gedankengang!
(Weitere Techniken, wie du Gedanken stoppen kannst, findest du hier).

 

 

 

Zeit für frische Gedanken- der 3.Schritt 

Wenn du einen negativen Gedanken erkennst, ihm aber nicht folgen sollst- was machst du stattdessen?

Das Lösungs- Prinzip, das nun folgt, gilt für alle Veränderungen.

Wollen wir das Rauchen aufgeben, weniger essen, stressfreier denken, dann ist es nicht damit getan, das negative Verhalten (oder Denken) einfach mal zu unterlassen.

Um erfolgreich zu sein, brauchen wir etwas, was wir stattdessen tun können.
Wir brauchen etwas Neues. Etwas, das wir stattdessen denken.

 

 

Ein Gespräch mit Sokrates 

Der erste „Coach“ war Sokrates.
Sokrates war griechischer Philosoph, der vor 2500 Jahre viele Athener mit seinen Fragen auf die Palme brachte.

Das Geheimnis seiner Gespräche lag darin, wie er seinen Gesprächspartnern Erkenntnisse entlockte, auf die sie selbst niemals gekommen wären.
Diese Fragetechnik nennen wir den Sokratischen Dialog.

Eigentlich ist es keine Technik, sondern eine bestimmte Art der Gesprächsführung.
Sein wesentliches Element sind Fragen.
Fragen, die das eigene Denken anregen, reflektieren, hinterfragen und wandeln.

Wenn du in einem negativen Gedanken festhängst, können dich seine Fragen befreien.

Stelle dir zu jedem deiner negativen Gedanken die folgenden Fragen:

 

  • Hilft mir dieser Gedanke, mich so zu fühlen/zu verhalten, wie ich will?
  • Entspricht dieser Gedanke den Tatsachen? Ist er realistisch? Ist er logisch? Wo ist der Beweis dafür, dass es so ist? Welche Daten sprechen dafür/dagegen?
  • Was würde ich einem guten Freund/einer guten Freundin raten, der/die so denkt?

 

Du siehst, Sokrates Fragen sind eigentümlich.
Doch sie führen dazu, sich selbst ein wenig auf die Schliche zu kommen, Denkfehler zu entlarven und neu zu denken.

 

 

Kennst du Byran Katie? 

Byran lebt nicht in Athen, sondern in Amerika, einer kleinen Stadt in Südkalifornien.

Im Alter von 43 Jahren war für Byron Katie das Leben eigentlich gelaufen.
Sie litt unter depressiven Gedanken, übermäßigem Alkohol-Konsum und paranoiden Schüben.

Keine guten Bedingungen.

In ihrem Buch „The Work“ beschreibt sie den erleuchtenden Moment in ihrem Leben, der alles veränderte:
„Leiden ist eine freiwillige Entscheidung. Wann immer wir ein belastendes Gefühl wahrnehmen, können wir sicher sein, dass ein bestimmter Gedanke diese Reaktion verursacht hat – ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.“

Ihre Methode, diese negativen Gedanken zu hinterfragen, beschreibt sie in „The Work“.
Zusammengefasst besteht „The Work“ aus den folgenden vier Fragen:

1. Ist dein (negativer) Gedanke wahr?
2. Kannst du zu 100% wissen, dass er wahr ist?
3. Wie fühlst du dich, wenn du diesen (negativen) Gedanken glaubst?
4. Zu wem wirst du mit diesem Gedanken?

Wenn du selbst ein bisschen worken möchtest, kannst du dir hier (gratis unter vtw-the-work.org)  das Material herunterladen. 

 

Wir sind weit freier in unserem Denken, als wir glauben.

Der einzige Weg, sich selbst unglücklich zu machen, ist es, keine neuen Wege zu suchen.

Was denkst du, hat Watzlawick damit Recht?

 

Schreib mir deine Meinung, hier in den Kommentaren.

Nur Mut,

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