Gratis-Online-Kurs: Stärke dich in schwierigen Zeiten zum Gratis Online-Kurs

 

Eigentlich ist es doch ein schönes Gefühl gebraucht zu werden.

Du spürst, dass du einen wichtigen Platz hast und etwas bewirken kannst. Das gibt Sicherheit und Anerkennung.

Das gute Gefühl gebraucht zu werden und dadurch auch die eigenen Grenzen zu überschätzen, trifft nicht nur auf ambitionierte Manager und Menschen mit Helfersydrom zu. Auch als Mutter bist du dieser Gerfahr ausgesetzt.

Bist du eine berufstätige Mutter, tanzt du sogar auf allen Parketts.

 

Ich zumindest wollte meine Mutter-Rolle, trotz Berufstätigkeit keineswegs in Frage stellen. Und ich überschätzte meine Grenzen oft. Nein, gelogen. Ich kannte sie erst einmal gar nicht. Wie auch? Als Mutter kannst du nur über Versuch-und-Irrtum lernen. Wichtig ist nur, dass du lernst. Sonst geht es dir vielleicht irgendwann wie vielen und landest im

(Eltern) Burnout.

Burnout ist keine Krankheit, sondern ein Prozess, den Betroffene erst spät wahrnehmen. Dieser Prozess ist unsichtbar, geruchlos und schleichend- wie Gas. Und genauso explosiv.
Burnout ist der Moment zu sagen: “ Ich kann nicht mehr“. Wenn du nur noch to-do-Listen abarbeitest, und wie eine leere Batterie funktionierst. Die einen schreien irgendwann nur noch rum, die anderen sacken auf der Couch zusammen.

Was treibt nun aber Mütter in diese Falle ?

 

Am Anfang steht die Leidenschaft

Jeder Mensch, der ausbrennt, hat für etwas gebrannt. Mit all seinem Einsatz und Engagement steht er für seine Herzenssache . Es ist wie ein inneres Gelübte. Niemals würde er dieses Gelübte brechen oder seine Verpflichtung im Stich lassen. Mit diesem Gelübte gehen sehr viele Eltern an den Start.

Das ist an sich etwas sehr Gutes. Jedes Kind kann sich nur wünschen engagierte Eltern zu haben. Was aber, wenn dieses Engagement an der Wirklichkeit zerbricht? Wenn es anders kommt als geplant und die Lösungsversuche ins Leere laufen? Die Vorstellungen gebrochen werden?

Dann beginnt klassischerweise ein teuflischer Kreislauf. In diesem Kreislauf können Mütter und Eltern sich zermürben und sie in tiefe Selbstzweifel locken. Nur eines kann sie am Ende aufhalten:

Ihr Körper.

So ging es auch Nicole.

 

 

In 7 Schritten in die Überforderung

Nicole ist eine berufstätige Mutter mittleren Alters. Seit die Kinder im Kindergarten waren, ist sie wieder in ihren Beruf zurück gegangen. Das ist zwar anstrengend, aber die Freude daran überwiegt. Es ist ihr wichtig, als zuverlässig und engagiert wahrgenommen zu werden. Nur die Zeit absitzen, das ist nicht Nicols Einstellung. Anne und Paul sind mittlerweile in der Schule. Sie hat zu Hause eine perfekte Organisation aufgestellt. Klar, die Woche ist eng getaktet: Kinder abholen, danach Hausaufgaben, einkaufen- was eben so zu tun ist. Aber auf Nicole ist Verlass.

 

1.Die perfekte Mutter- das Leben ist schön

Äußerlich läuft ihr Leben am Schnürchen:  immer wirkt sie freundlich, aktiv und hilfsbereit. Ihre zwei Kinder sind privat ihre Nummer 1.  Sie unterstützt sie, wo sie kann: im Elternbeirat, bei Vorführungen, für Spielnachmittage.  Selten schlägt sie einen Wunsch ab. Nicole scheint perfekt: Sport, Kinder, Familie und Beruf, alles hat sie im Griff.

Ihre Devise: Das ist doch gar kein Problem!

 

2.Das Körnchen im Getriebe

Sie macht sich Sorgen: Paul sackt in der Schule deutlich ab. Keiner versteht es, er war immer so gut und selbstständig. Sie konsultiert Lehrer und Nachhilfe. Zusätzlich bemüht sie sich im Büro früher fertig zu sein, damit sie eher zu Hause ist.  Dann hat sie Paul besser im Blick. Jetzt ist sie als Mutter gefragt und muss die Sache in die Hand nehmen.

Typische Gedanken: Das bekommen wir hin, ich mach das!

 

3.Die Wattzahl wird erhöht

Was sich bei ihr immer bewährt hat, funktioniert jetzt auch: hoch engagiert, erhöht sie ihr Pensum um die Lage in den Griff zu bekommen. Lange Gespräche mit Paul, seinen Lehrern – am Wochenende lernen sie gemeinsam. Ihr Job macht ihr zwar ein schlechtes Gewissen, aber da kann sie nicht ausfallen. Es wäre für die Kollegen nicht fair, die will sie nicht hängen lassen oder möchte nicht, dass schecht über sie geredet wird. Es ist ja nur vorübergehend….Diese Strategie kostet zwar Kraft, gibt ihr aber auch Sicherheit.

Typische Gedanken: Nichts gefährden!

 

4.Das Ziel wird nicht erreicht

Sie ahnt, dass ihre Bemühungen nicht fruchten. In ihr schlagen jetzt zwei Seelen, ihr Dilemma wächst. Körperlich ist sie zwar im Büro anwesend, aber ihre Gedanken kreisen ständig um Paul. Sie beruhigt sich dadurch, dass sie in jeder Pause Pauls Nummer wählt. Ihr Spagat wird immer größer, es allen recht machen zu wollen.

Typische Gedanken: Beiß die Zähne zusammen.

 

5.Die Akkus werden angezapft

Dieser Stress kostet Kraft, sie verliert ihre Souveränität. Es fällt ihr immer schwerer freundlich und besonnen zu reagieren. Es unterlaufen erste Fehler im Büro. Das ist neu.  Dass ihr bloß keiner etwas anmerkt- wie schnell wäre sie austauschbar. Abends fällt sie matt und erschöpft auf die Couch. Zeit und Muse für Sport oder Freunde zu treffen hat sie gerade gar nicht. Was sollte sie da erzählen? Sie zieht sich zurück in der Hoffnung aufzutanken.

Typische Gedanken: Dafür habe ich jetzt keinen Nerv. Anderes ist jetzt wichtiger.

 

6. Der Endspurt

Was immer sie sagt und tut, Paul verweigert immer öfter die Schule. Zunächst meldet sie ihn krank, das wird sich geben. Das tut es aber nicht….. Sie springt zwischen Job und Zu Hause hin und her. Natürlich hat sie sich an einige Stellen gewandt, die Paul unterstützen können. Ohne Erfolg. Ihr Schuldgefühl wächst: Was habe ich nur falsch gemacht? Bin ich eine schlechte Mutter gewesen?“ Diese Vorwürfe zermürben ihr Selbstvertrauen zutiefst. Ihr Kopf kommt kaum noch zur Ruhe. Selbst kleine Belastungen machen ihr Angst.

Typische Gedanken: Habe ich nun auf ganzer Linie versagt?

 

7. Sie erkrankt

Immer wieder spürt sie deutlich Ängste und das Gefühl nichts mehr wie früher hinzubekommen. Es fühlt sich an wie ein Teufelskreis. Ihre Gedanken werden fahrig. Es breitet sich ein tiefes Gefühl der Wertlosigkeit aus, es nicht geschafft zu haben, was sie von sich erwartet hat. Kein Wunder, sie hat die „wichtigsten Sachen“ nicht mehr im Griff. Ihre Vorstellungen zerschellen wie an einer Felswand.

Was bei Nicole in eine depressive Stimmung führt, kann bei anderen chronische Schlafprobleme, Magenschmerzen, Rückenleiden etc. sein. Der Körper zeigt ihr ein Stopp-Schild.

Typische Gedanken: Ich kann nicht mehr.

 

Was hilft hier raus zu kommen?

Ich verrate dir jetzt, was mich im Moment, wo ich mir nur noch Ruhe gewünscht habe nicht geholfen hat: Der gut gemeinte Rat, mich doch mal zu entspannen. Weitere Irrtümer kannst du hier verfolgen

Ich habe es in diesem emotionalen Stress wie ein Witz empfunden. Wie soll ich als Mutter entspannen, wenn es vielleicht gerade meinem Kind nicht gut geht oder ein anderer, wichtiger Baustein in meinem Leben wackelt?

Das soll mir jemand zeigen, der nicht gerade aus einem Zen-Seminar kommt.

Deshalb möchte ich dir hier eine andere Empfehlung geben (was nicht bedeutet, dass dir Entspannung nicht helfen kann).

Und das ist inne-halten.

 

Wenn du es eilig hast, geh langsam.

Wenn du es noch eiliger hast, mach einen Umweg (aus Japan)

 

Inne halten bedeutet, lernen, dich zu beobachten:

Ist das gerade sinnvoll, was du hier tust?

Und erst in einem 2.Schritt zu fragen:

Was hält dich davon ab, es anders zu tun?

Damit näherst du dich deiner persönlichen Dynamik, in der du gefangen bist. Die Dynamik wird von 3 Zahnrädchen am Laufen gehalten: deiner äußere Welt, deiner innere Welt, deiner Beziehungs-Kultur.

Ich möchte dir nun ein paar Fragen zur Verfügung stellen, die dir Einblicke schenken, wie diese Rädchen bei dir „ticken“.

 

 

Das 1.Rad: deine äußere Welt

  • was liegt im Moment in deiner Macht? Wofür trägst du keine Verantwortung, bzw. nicht allein?
  • was ist gerade wirklich wichtig? Du selbst oder „die anderen“- wem soll es gut gehen?
  • welche Umstände musst du erst einmal aushalten, um dich vielleicht später darum kümmern?
  • welche Rahmenbedingungen sind veränderbar? Anstatt den Job zu kündigen (was oft gar nicht möglich ist), wäre vielleicht ein offenes Gespräch mit den Kollegen eine Möglichkeit?
  • wo erfüllst du fremde Erwartungen, die dich auspowern?

Das 2.Rad: deine innere Welt

Jetzt geht es darum, aufrichtig zu dir selbst zu werden. Oft sind uns unsere inneren Mechanismen gar nicht bewußt, weil sie uns schützen wollen. Deshalb empfehle ich diese Fragen als einen Impuls zu sehen und über eine externe Unterstützung nachzudenken.

  • welche Werte prägen dein (Familien)-Leben? Ist dir vor allem Verantwortung, Leistung, Ordnung, Erfolg, Stärke, Rücksicht, Loyalität …wichtig?
  • was wäre das Schlimmste für Dich?
  • musst du immer dein Bestes geben, damit du dir keine Vorwürfe machst?
  • wie geht es dir, wenn du Menschen mal ein „Nein“ sagst (zum üben, empfehle ich Dir einen hilfreichen Artikel)
  • wie wichtig ist dir Anerkennung?
  • kennst du deine Bedürfnisse?
  • wie gelingt es dir, deine Gefühle zu steuern, in Richtung Freude?
  • wie gelingt es dir, deine Gedanken zu beruhigen?

 

Das 3.Rad: deine Beziehungen

  • wie denkst du über dich selbst, wenn du dich mit anderen vergleichst?
  • gehst du wohlwollend mit dir um, oder ermahnst du dich eher?
  • wie gehst du mit Fehlern um?
  • fällt es dir leicht nach Hilfe zu fragen?
  • fällt es dir leichter anderen, als dir selbst zu helfen?
  • bist du wirklich in allem die richtige Fachfrau/mann und für alles verantwortlich? Gerade in Bezug auf unsere Kinder, ist eine objektive Person oft Gold wert als Impuls

 

 

 

Meine Abschluss-Frage

Mit welcher Frage willst du dich am wenigsten beschäftigen?

Ich bin gespannt auf deine Antwort. Schreib sie mir doch, hier in den Kommentaren.